KNDS Aktie: Drohnenabwehr-Treffer?

Der Abfangkörper traf bei einer Vorführung im ersten Szenario; KNDS plant die industrielle Herstellung, ein Kundenauftrag fehlt bislang.

Die Kernpunkte:
  • AERIX zerstörte das Ziel im ersten Szenario
  • Industrielle Fertigung von AERIX geplant
  • Vorführung ohne verbundenen Beschaffungsvertrag
  • Leopard-2-A8-Produktion in Levanger angelaufen

KNDS will seinen Abfangkörper AERIX langfristig industriell fertigen. Einen Erprobungserfolg meldete das Unternehmen am 22. Oktober: Bei einer Vorführung seines Drohnenabwehrsystems DSP10 habe AERIX das Ziel im ersten getesteten Szenario erfolgreich abgefangen und zerstört. Für Anleger ist damit vor allem die Entwicklungsperspektive relevant. Die Demonstration ist ein technischer Zwischenschritt, noch kein Kundenauftrag.

Vom Abfangversuch zur geplanten Fertigung

Die Vorführung fand im Counter-UAS Battle Lab des französischen Heeres statt. Das DSP10-System verbindet die elektronische Kampfführung RAPTOR 2 von Nuances Technologies mit der physischen Abfanglösung AERIX. KNDS kombiniert damit unterschiedliche Ansätze zur Abwehr von Drohnen in einem System.

Die Erfolgsmeldung bezieht sich ausdrücklich auf das erste getestete Szenario. Daraus lässt sich kein umfassender Nachweis für sämtliche Einsatzbedingungen ableiten. Ebenso wenig ist die geplante industrielle Herstellung bereits mit einer laufenden Serienfertigung gleichzusetzen.

Für die wirtschaftliche Einordnung ist diese Trennung entscheidend: KNDS berichtet über eine erfolgreiche Vorführung und eine Produktionsabsicht. Ein Beschaffungsvertrag ist damit nicht verbunden. Der gemeldete Fortschritt liegt deshalb zunächst in der Erprobung der Technik und ihrer vorgesehenen Weiterentwicklung zur industriellen Fertigung.

Die Anlegerperspektive richtet sich damit auf den Übergang zwischen technischer Demonstration und kommerzieller Umsetzung. Der Abfangversuch liefert dafür einen konkreten Anhaltspunkt. Er ersetzt aber weder einen Auftrag noch den tatsächlichen Aufbau der angekündigten Produktion.

Andere Programme sind bereits weiter

Wie unterschiedlich die Entwicklungs- und Lieferstadien bei KNDS ausfallen, zeigt das Leopard-Programm. Am 15. Oktober begann gemeinsam mit RITEK die Produktion von Leopard 2 A8 am Standort Levanger. Das Werk übernimmt einen Teil der bereits vereinbarten norwegischen Beschaffung.

Auf Levanger entfallen 37 der insgesamt 54 norwegischen Panzer. Der Produktionsbeginn gehört zum bestehenden Beschaffungsarrangement und stellt keinen zusätzlichen Kauf dar. Anders als bei der Drohnenabwehr geht es hier bereits um die Fertigung für einen feststehenden Bedarf.

Auch die Versorgung mit Komponenten wird langfristig abgesichert. RENK und KNDS Deutschland vereinbarten am 14. Oktober eine Erweiterung ihres Getriebeauftrags um rund 130 Millionen €. Die Lieferungen sollen 2029 beginnen und 2032 enden.

Diese Programme verdeutlichen den Unterschied zur AERIX-Perspektive: Bestehende Beschaffung und vereinbarte Zulieferung stehen einer erst geplanten Industrialisierung gegenüber. Der Drohnenabwehrtest erweitert die technologische Perspektive von KNDS. Als gesichertes Liefergeschäft lässt er sich noch nicht bewerten.

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