KNDS Aktie: IPO läuft planmäßig trotz Berlin-Druck
KNDS hält am Börsengang fest, während die Bundesregierung eine direkte Beteiligung von 40 Prozent plant.

- IPO-Vorbereitungen laufen planmäßig
- Bund plant 40-Prozent-Einstieg
- Frankreich reduziert seinen Anteil
- Interesse an Iveco Defence Vehicles
Der europäische Rüstungskonzern KNDS hält an seinem Börsengang fest. CEO Alary bestätigte am Freitag, dass die Vorbereitungen für das IPO planmäßig laufen — trotz politischen Drucks aus Berlin.
Bundesregierung wollte Aufschub
Die deutsche Bundesregierung hatte zuletzt auf eine Verschiebung gedrängt. Der Grund: mehr Zeit für Verhandlungen über eine direkte Staatsbeteiligung. Alary ließ sich davon nicht beirren. Der interne Prozess laufe nach Plan.
Parallel dazu nehmen die Eigentümerstrukturen konkrete Form an. Der Bund plant, zunächst 40 Prozent an dem Rüstungskonzern zu übernehmen. Innerhalb von zwei bis drei Jahren soll dieser Anteil auf rund 30 Prozent sinken.
Frankreich gibt Anteile ab
Auch die französische Seite passt sich an. Der französische Staat hält derzeit 50 Prozent an KNDS. Im Zuge des Börsengangs und des deutschen Einstiegs soll dieser Anteil reduziert werden.
Das Interesse an einer Börsennotierung ist nicht ohne Grund groß. Die Bundeswehr hat Bestellungen für bis zu 3.000 Boxer-Radpanzer aufgegeben. Die Nachfrage treibt den Expansionsdruck.
Mögliche Übernahme in Italien
KNDS schaut offenbar auch nach Süden. Die Agnelli-Familie verhandelt über den Verkauf von Iveco. Die Rüstungssparte Iveco Defence Vehicles soll dabei separat veräußert werden.
KNDS gilt als Interessent — neben Leonardo, Rheinmetall und der Czechoslovak Group. Jede Transaktion würde allerdings unter dem italienischen „Golden Power“-Recht stehen. Rom kann strategische Übernahmen in der Rüstungsbranche blockieren oder mit Auflagen versehen.
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