KNDS Aktie: LORAS schießt 100 Kilometer weit

KNDS präsentiert das Langstrecken-Artilleriesystem LORAS und startet die Roadshow für den Börsengang. Ein US-Großauftrag könnte die Aktiennachfrage beflügeln.

Die Kernpunkte:
  • Neues Artilleriesystem LORAS vorgestellt
  • Roadshow für Börsengang beginnt
  • US-Auftrag über 500 Systeme winkt
  • Auftragsbestand auf 33,1 Milliarden Euro gestiegen

KNDS präsentiert in Paris ein neues Artilleriesystem mit enormer Reichweite. Parallel dazu bereitet der Rüstungskonzern seinen Börsengang vor. Das Timing ist kein Zufall. Die neue Haubitze soll Investoren überzeugen und einen milliardenschweren Auftrag der US-Armee sichern.

Reichweite als Verkaufsargument

Auf der Rüstungsmesse Eurosatory zeigt KNDS den Technologiedemonstrator LORAS. Das System feuert Standardgeschosse über 60 Kilometer weit. Spezialmunition erreicht sogar die 100-Kilometer-Marke. Bisherige NATO-Geschütze schaffen deutlich weniger.

Das Modul sitzt auf einem gepanzerten Boxer-Fahrzeug. Es feuert vollautomatisch mehr als acht Schuss pro Minute. Der Clou: LORAS nutzt weiterhin die Standardmunition der NATO-Armeen. Erste Tests verliefen erfolgreich. Die Serienproduktion peilt das Management ab 2032 an.

Die Entwicklung schließt eine strategische Lücke. Die US-Armee hatte ihr eigenes Langstreckenprogramm 2024 wegen massiven Rohrverschleißes abgebrochen. KNDS löst dieses Problem durch eine größere Brennkammer. Sie sorgt für eine sanftere Druckkurve im Lauf.

Der Weg aufs Parkett

Nach Messeende am 19. Juni startet die Roadshow für Investoren. Banken wie Goldman Sachs und Deutsche Bank begleiten den Börsengang. Sie taxieren den Firmenwert auf 18 bis 20 Milliarden Euro. Als Zeitfenster gelten Juni oder Juli.

KNDS will rund fünf Milliarden Euro frisches Kapital einsammeln. Der Streubesitz läge nach dem Börsengang bei ungewöhnlich niedrigen 20 Prozent.

Die Bücher sind prall gefüllt. Der Auftragsbestand kletterte zuletzt auf 33,1 Milliarden Euro. Allein 2025 gewann KNDS Neuaufträge im Wert von 13,5 Milliarden Euro. Dazu zählen zahlreiche neue Leopard-Panzer für europäische Staaten. Der Umsatz wuchs zweistellig.

Entscheidung in Washington

Ein amerikanischer Großauftrag könnte die Stimmung der Anleger weiter befeuern. KNDS bewirbt sich gemeinsam mit Leonardo DRS um ein neues US-Artillerieprogramm. Es geht um 500 Systeme. Das Pentagon entscheidet voraussichtlich im Juli 2026 über die Prototypen.

Die Konkurrenz ist hart. Rheinmetall, Hanwha und Elbit wollen den Auftrag ebenfalls gewinnen. Ein früher Zuschlag des Pentagons würde die Nachfrage nach KNDS-Aktien sprunghaft anheizen.

Ohne den US-Auftrag muss KNDS seine Bewertung von bis zu 20 Milliarden Euro allein mit den europäischen Auftragsbüchern rechtfertigen. Die anstehende Roadshow der Fondsmanager liefert das erste harte Feedback. Spätestens Ende Juli steht das finale Pricing für den Börsengang fest.

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