KNDS Aktie: Ludwigsfelde und Osnabrück für Panzerproduktion
KNDS verhandelt mit VW und Mercedes über die Nutzung von Autofabriken für die Panzerproduktion. Der Auftragsbestand erreicht mit 33,1 Milliarden Euro einen neuen Höchststand.

- Gespräche mit VW und Mercedes über Werksnutzung
- Auftragsbestand steigt auf 33,1 Milliarden Euro
- Umsatz wächst um 15,9 Prozent auf 4,4 Milliarden
- Börsengang in Frankfurt und Paris für 2026 geplant
Der Rüstungskonzern KNDS steht vor einer ungewöhnlichen Expansion. Der Hersteller des Leopard-2-Panzers und des Caesar-Artilleriesystems verhandelt mit Volkswagen und Mercedes-Benz über die Nutzung stillgelegter Autofabriken für die Produktion von Militärfahrzeugen.
Autowerkshallen für Panzerproduktion
CEO Jean-Paul Alary bestätigte am 26. Mai 2026, dass KNDS konkret mit den Standorten Ludwigsfelde (Mercedes-Benz) und Osnabrück (Volkswagen) im Gespräch steht. Beide Werke sind durch den Umstieg auf Elektromobilität und verschärften Wettbewerb derzeit unterausgelastet.
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Für KNDS ist die Kooperation eine strategische Abkürzung. Statt neue Rüstungswerke zu bauen, könnte der Konzern bestehende Kapazitäten nutzen und die Panzerproduktion schneller hochfahren. Der Hintergrund: Europa rüstet auf, die Auftragslage explodiert.
Auftragsbestand auf Rekordniveau
Das Jahr 2025 bescherte KNDS einen Auftragseingang von 13,5 Milliarden Euro. Der gesamte Auftragsbestand kletterte auf 33,1 Milliarden Euro, nach 23,5 Milliarden Ende 2024.
Haupttreiber sind Großaufträge für den Leopard 2 A8. Über 300 Einheiten sind aktuell für Tschechien, die Niederlande und Kroatien in Auftrag. Parallel steigt die Nachfrage nach Caesar-Haubitzen massiv.
Umsatz und Gewinn steigen deutlich
Der Umsatz wuchs 2025 um 15,9 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg von 500 Millionen auf 661 Millionen Euro, die EBIT-Marge erreichte 15,0 Prozent.
Die Sparten entwickelten sich unterschiedlich stark:
- Land Systems Germany: Umsatz plus 17,4 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro
- Land Systems France: Umsatz plus 9,6 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro
- Ammunition: Stärkster Zuwachs mit plus 24,7 Prozent auf 612 Millionen Euro
Börsengang 2026 geplant
Die Expansion fällt zeitlich mit dem geplanten Börsengang zusammen. KNDS strebt 2026 eine Doppelnotierung in Frankfurt und Paris an. Analysten schätzen den Konzernwert auf rund 20 Milliarden Euro.
Die deutsche Regierung will beim IPO einen Anteil von 40 Prozent erwerben und damit mit der französischen Beteiligung gleichziehen. Beide Staaten planen, ihre Anteile innerhalb von zwei bis drei Jahren nach dem Börsengang auf jeweils 30 Prozent zu reduzieren. Auch die Wegmann-Familie, bislang Großaktionär, will Teile ihrer Beteiligung beim Marktdebüt verkaufen.
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