KNDS Aktie: Neue Aufträge, Funktechnik läuft
KNDS erhält eine weitere Drohnenbestellung aus Frankreich; beim Bundeswehr-Digitalfunk bestätigt der Konzern den Zeitplan bis Ende 2027.

- Frankreich zieht weitere Vertragsoption
- KNDS und Delair liefern MX-10
- D-LBO-System besteht Einsatztests
- Erste Division bis Ende 2027 geplant
Zwei Nachrichten, ein Muster: KNDS festigt seine Rolle als Systemlieferant für die Landstreitkräfte. Frankreich bestellt weitere Kamikazedrohnen, und beim Digitalfunk der Bundeswehr gibt es nach holprigem Start positive Signale.
Frankreich ordert nach
Die französische Beschaffungsbehörde DGA hat eine Optionstranche aus dem Vertrag von 2024 gezogen. KNDS und der Drohnenspezialist Delair liefern damit eine weitere Charge der Loitering Munition MX-10 DAMOCLES an das Verteidigungsministerium. Die ersten Auslieferungen liefen im Dezember 2025 an. Zum Auftragswert machte das Unternehmen keine Angaben.
Das System trägt einen Splittergefechtskopf, lässt sich in unter fünf Minuten einsatzbereit machen und erreicht zehn Kilometer. Es soll gegen elektronische Kampfführung resistent sein und auch geschützte Fahrzeuge bekämpfen können. Laut Unternehmen läuft derzeit mehrere Exportkampagnen. DAMOCLES gehört zur Familie MATARIS, die als erste souveräne Familie von Loitering Munition in Europa positioniert wird.
Für KNDS ist das mehr als ein Nebenauftrag. Die Gruppe will ihr Portfolio von Plattformen um unbemannte Systeme und Munition erweitern, und Folgeaufträge zeigen, dass der Kunde die Technik im Einsatz überzeugend findet.
Digitalfunk: Pistorius sieht Fortschritte
Beim Großprojekt „Digitalisierung Landbasierte Operationen“ (D-LBO) räumte Verteidigungsminister Boris Pistorius 2025 noch Softwarefehler, lange Übertragungszeiten und unbefriedigende Reichweiten ein. Nach Einsatztests unter Realbedingungen sagte er nun: „Das System funktioniert.“
Das Vorhaben soll Soldaten, Fahrzeuge und Gefechtsstände vernetzen, sodass Lagekarten, Positionsdaten und Befehle in Echtzeit fließen. Eine erste Division soll bis Ende 2027 umgerüstet sein, rund 10.000 Fahrzeuge inklusive. Die Industrie hält an diesem Zeitplan fest. KNDS-Deutschlandchef Florian Hohenwarter bestätigte, man liege im Plan.
Getestet wurde auf Leopard-, Puma- und Marder-Panzern. Generalinspekteur Carsten Breuer lobte Datenübertragung, Reichweite und Sprachqualität.
Solide Basis im Rücken
Der Rückhalt im Geschäft ist erheblich: KNDS meldete für 2025 einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro und einen Auftragsbestand von 33,1 Milliarden Euro. Beide Meldungen stützen die Erzählung vom Komplettanbieter, der Fahrzeuge, Digitalisierung und Munition aus einer Hand liefert.
Konkret messbar bleibt der Zeitplan: Gelingt die Ausstattung der Division bis Ende 2027, wäre D-LBO ein wichtiger Referenzfall für die Digitalisierung europäischer Landstreitkräfte.
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