KNDS Aktie: Staat kauft 40 Prozent über KfW

Deutschland erwirbt KNDS-Anteile zum Emissionspreis. Börsengang im Sommer geplant, Streubesitz bleibt gering.

Die Kernpunkte:
  • Bund erwirbt 40 Prozent an KNDS
  • Börsengang für Sommer 2026 geplant
  • Nur 20 Prozent Streubesitz vorgesehen
  • US-Auftrag als möglicher Kurstreiber

Der letzte große Stolperstein für Europas wichtigsten Rüstungs-Börsengang ist aus dem Weg geräumt. Die Eigentümerfamilien des Panzerbauers KNDS verkaufen einen Anteil von 40 Prozent. Käufer ist der deutsche Staat. Damit steht dem geplanten Börsendebüt im Sommer nichts mehr im Weg.

Die Bundesregierung erwirbt das Paket über die staatliche Förderbank KfW. Der Kaufpreis entspricht exakt dem Ausgabepreis der Aktien beim Börsengang. Ein Aufschlag wird nicht gezahlt. Dieser Kompromiss beendet einen wochenlangen Streit. Zuvor hatten Kursrückgänge bei europäischen Rüstungswerten die Verhandlungen blockiert.

Wenig Aktien für freie Anleger

Die neue Eigentümerstruktur birgt Brisanz. Deutschland und Frankreich halten künftig jeweils 40 Prozent an KNDS. Für freie Aktionäre bleiben beim Start lediglich 20 Prozent der Anteile übrig. Ein ungewöhnlich geringer Streubesitz für einen Industriekonzern dieser Größe. Beide Staaten wollen ihre Anteile erst in einigen Jahren reduzieren.

Analysten fordern wegen der geringen Kontrolle für Minderheitsaktionäre bereits Bewertungsabschläge. Die begleitenden Banken haben die angepeilte Preisspanne spürbar gesenkt. KNDS wird nun mit maximal 20 Milliarden Euro bewertet. Ursprünglich standen deutlich höhere Summen im Raum. Der harte Machtkampf zwischen Berlin und Paris hat die Euphorie der Investoren gedämpft.

Operativ läuft es für den Panzerbauer hervorragend. Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr auf 4,4 Milliarden Euro. Der operative Gewinn kletterte auf 661 Millionen Euro. Die Auftragsbücher sind prall gefüllt. Der Bestand wuchs auf einen neuen Rekordwert an.

US-Auftrag als Kurstreiber

Ein weiteres Hindernis ist beseitigt. Interne Prüfer fanden bei einem Katar-Auftrag aus dem Jahr 2013 keine Hinweise auf strafbares Verhalten. KNDS kann nun den offiziellen Börsenprospekt veröffentlichen. Die Roadshow mit Fondsmanagern beginnt sofort. Ein Bankenkonsortium um Lazard und die Deutsche Bank bereitet die Doppelnotierung in Frankfurt und Paris vor.

Auf der Produktseite winken lukrative Abschlüsse. Die britische Armee bestellte 72 Panzerhaubitzen für knapp eine Milliarde Pfund. Ein noch größerer Hebel wartet in den USA. Dort rechnet KNDS bis Juli mit einem Prototypen-Vertrag der US-Armee. Fällt die Entscheidung des Pentagons mitten in die Zeichnungsfrist, dürfte die Nachfrage nach den Aktien sprunghaft ansteigen.

Der Zeitplan ist ambitioniert. Halten die Pläne, startet der Handel der KNDS-Aktien noch vor Ende Juli 2026. Sollten Investoren wegen des geringen Streubesitzes zögern, gilt eine Verschiebung in den September als wahrscheinlichste Ausweichoption.

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