Knorr-Bremse Aktie: 7,9 Milliarden Euro Auftragsbestand
Knorr-Bremse übertrifft Erwartungen im zweiten Quartal, hebt Umsatz- und Margenziele an und präsentiert ambitionierte Wachstumsstrategie bis 2030.

- Umsatz und Marge übertreffen Analystenschätzungen
- Auftragsbestand erreicht neuen Höchststand
- Jahresprognose für Umsatz und Marge angehoben
- Mittelfristziele: 10 Mrd. Euro Umsatz bis 2030
Knorr-Bremse hat am Mittwoch starke Geschäftszahlen für das zweite Quartal vorgelegt und blickt nun deutlich optimistischer auf das Gesamtjahr sowie die kommenden Jahre. Mit dem Start der neuen Strategie „Growth Beyond“ setzt der Münchner Konzern auf deutliche Umsatzsprünge und eine weiter verbesserte Profitabilität.
Rekordaufträge und starke operative Marge
Im zweiten Quartal 2026 steigerte Knorr-Bremse den Umsatz organisch um 6,4 Prozent auf rund 2,14 Milliarden Euro. Damit übertraf das Unternehmen die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten leicht. Besonders positiv entwickelte sich die operative EBIT-Marge, die mit 14,2 Prozent das im Rahmen des Effizienzprogramms „BOOST“ gesetzte Ziel erreichte. Das Ergebnis je Aktie (EPS) kletterte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 24 Prozent auf 1,08 Euro.
Getragen wurde diese Entwicklung von einer robusten Nachfrage in beiden Hauptsparten. Während die Schienensparte (Rail) eine operative EBIT-Marge von 17,1 Prozent erzielte, kam der Lkw-Bereich (Truck) auf 11,7 Prozent. Der Auftragsbestand markierte mit 7,9 Milliarden Euro einen neuen historischen Höchststand, was dem Unternehmen eine hohe Planungssicherheit für die kommenden Quartale verleiht.
Prognose für 2026 angehoben
Aufgrund der starken Performance im ersten Halbjahr, in dem der Umsatz um 3,1 Prozent auf 4,08 Milliarden Euro stieg, hob der Vorstand die Prognose für das laufende Geschäftsjahr an. Knorr-Bremse erwartet nun einen Jahresumsatz zwischen 8,1 und 8,3 Milliarden Euro. Zuvor lag die untere Grenze der Zielspanne bei 8,0 Milliarden Euro. Auch bei der Profitabilität zeigt sich das Management zuversichtlicher: Die operative EBIT-Marge soll nun zwischen 14,0 und 14,5 Prozent liegen, nachdem zuvor ein Wert um die 14 Prozent in Aussicht gestellt worden war.
Parallel dazu treibt der Konzern die Fokussierung auf sein Kerngeschäft voran. Am Dienstag wurde der Verkauf der Sparte für Klimasysteme (Merak) an die Beteiligungsgesellschaft OpenGate Capital vereinbart. Dieser Bereich, der zuletzt mit etwa 1.500 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 360 Millionen Euro erwirtschaftete, soll bis Ende des Jahres vollständig entkonsolidiert werden. Laut Handelsblatt dient dieser Schritt der Portfolioschärfung, um Ressourcen für technologisch anspruchsvollere Wachstumsfelder freizumachen.
Neue Mittelfristziele und Analysteneinschätzung
Unter dem Titel „Growth Beyond“ formulierte das Unternehmen zudem ehrgeizige Ziele bis zum Jahr 2030. Bis dahin soll der Konzernumsatz auf etwa 10 Milliarden Euro wachsen. Die operative EBIT-Marge wird in diesem Zeitraum bei rund 16 Prozent angestrebt. Zudem plant das Management eine Cash Conversion Rate von über 90 Prozent sowie eine Kapitalrendite (ROCE) von mehr als 25 Prozent.
Die Analysten von JPMorgan bewerteten die Quartalszahlen als solide. Analyst Akash Gupta merkte an, dass sowohl der Umsatz als auch das operative Ergebnis (EBIT) den Marktkonsens um bis zu 4 Prozent übertroffen hätten. Die neuen Ziele für das Jahr 2030 bezeichnete Gupta jedoch als eher konservativ. Die Bank belässt die Einstufung für das Papier auf „Neutral“ mit einem Kursziel von 108 Euro.
An der Börse wurden die Nachrichten positiv aufgenommen. Der Schlusskurs lag gestern bei 109,00 Euro, womit die Aktie seit Jahresbeginn ein Kursplus von 14,26 Prozent aufweist. Damit rückt das 52-Wochen-Hoch von 115,80 Euro, das im Februar erreicht wurde, wieder in den Fokus der Marktteilnehmer.
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