Kolumne: Warum es in den USA keine Zinserhöhungen geben wird…

Strafzinsen werden auch in die USA kommen. Denn die enormen Probleme, die die Weltwirtschaft plagen, wie die gigantische Verschuldung und das daraus resultierende schwache Wirtschaftswachstum in den USA, China, Japan und Europa bleiben. Das dämmert den Investoren zusehends, weshalb die Gefahr wächst, dass es zu einem deutlichen Kursrückschlag am US-Aktienmarkt kommen könnte. Das würde den DAX neben dem Brexit erheblich belasten.

© Fotolia - graletta
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Nachdem die Chefin der US-Notenbank Janet Yellen zwischen Mitte und Ende Mai wiederholt von einer Zinserhöhung „zur Jahresmitte“ gefaselt hatte, ist davon nun keine Rede mehr. Vielmehr hat der Markt für Fed Funds Futures, also Futures (Derivate) auf die Fed Funds (US-Leitzinsen) sämtliche Zinserhöhungen für dieses Jahr ausgepreist.

Keine Zinserhöhungen in den USA

Damit wird genau das eintreten, was ich Ihnen schon lange aufgezeigt habe: Es gibt keine Zinserhöhungen in den USA – nicht in diesem Jahr und auch nicht im nächsten. Denn angesichts einer Verschuldung von horrenden 64,1 Billionen Dollar für Staat, private Haushalte und Unternehmen außerhalb des Finanzsektors – das sind gigantische 352 Prozent der Wirtschaftsleistung – ist die US-Wirtschaft viel zu schwach, um auch nur eine mickrige Zinserhöhung von 25 Basispunkten zu verkraften.

Entsprechend sind die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen zuletzt auf 1,65 Prozent abgerutscht. Weil die Wirtschaft sich in den nächsten Monaten weiter abschwächen wird, werden die Zinsen schon bald auf das Rekordtief von 1,4 Prozent vom Juli 2012 – dem Höhepunkt der Schuldenkrise in der Euro-Zone – fallen und anschließend noch deutlich tiefer.

Strafzinsen belasten die Börsen

Ich bleibe weiterhin der Überzeugung, dass die Zinsen in den USA in den nächsten Jahren jenen in Europa, Japan und der Schweiz folgen und in den negativen Bereich rutschen werden. Das wäre ein verheerendes Signal, denn es würde zeigen, wie dramatisch sich die US-Wirtschaft abschwächt, zumal durch Strafzinsen den Konsumenten und Unternehmen immer mehr Einnahmen entzogen werden und die Wirtschaft stark belastet wird.

Entgegen der Erwartung vieler „Experten“ wird die Einführung einer neuen Gelddruckrunde QE4 sowie Strafzinsen in den USA, den US-Aktienmarkt und damit die weltweiten Börsen nicht etwa beflügeln, sondern stark belasten. Hingegen wird Gold immer stärkeren Rückenwind bekommen. Denn wenn Strafzinsen, nicht nur in der Euro-Zone, in der Schweiz und Japan, sondern auch in den USA um sich greifen, werden Investoren verstärkt in Gold flüchten.

Mein Rat für Sie:

Ich bin für Gold zuversichtlicher denn je, zumal das Edelmetall mit Kursen von um die 1.300 Dollar so günstig ist wie im Oktober 2010. Das habe ich in dem Beitrag „Der Goldpreis steht am Anfang einer Rally auf bis zu 2.000 Dollar“ für die Finanzseite Finanzen100 klar aufgezeigt. Ich halte es daher weiter für empfehlenswert, dass Sie Ihre Goldbestände weiter aufstocken. Dann kann man den nächsten Turbulenzen an den Börsen etwas gelassener entgegensehen.

www.gold-brief.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. MID Medieninformation und Dienstleistungen e. K. übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

© Egmond Haidt
© Egmond Haidt

Egmond Haidt ist gelernter Bankkaufmann und somit schon in jungen Jahren mit den Finanzmärkten in Kontakt gekommen. Nach seinem Studium an der Fachhochschule Würzburg begann er im Jahr 2000 als Redakteur bei Börse Online. Im Zuge der Finanzkrise hat er sich im Jahr 2007 auf den Goldmarkt spezialisiert und befasst sich seither täglich mit der Materie. Daher setzte Herr Haidt bereits seit 2008 bis 2011 auf steigende Preise bei Gold.

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