Kommt die deutsche Postbank in chinesische Hände?

Beim Versuch, sich in europäische Mittelständler und Technologie-Spezialisten einzukaufen, mussten chinesische Investoren zuletzt bekanntlich herbe Rückschläge wegstecken. Nun könnten sich die Interessen auf andere Branchen verlagern. Im Fokus dabei die Banken und womöglich insbesondere die Deutsche Bank-Tochter Postbank.

Wie aus Fernost gemeldet wird, ist derzeit Chinas größter Immobilienentwickler Dalian Wanda Group auf der Suche nach neuen Investitionen, um sich von ihrem Kerngeschäft besser zu diversifizieren. Besonderes Interesse soll Wanda dabei am europäischen Bankensektor, insbesondere an der Postbank haben.

Diese steht bekanntlich schon seit längerem auf der Abschussliste der Deutschen Bank. Ein Verkauf scheiterte bislang allerdings zum einen am Marktumfeld, zum anderen am potentiellen Preisschild, das auf rund 6 Milliarden Euro geschätzt wird.

Ein Verkauf der Postbank würde die Deutsche Bank deutlich entlasten

Zuletzt hatte es so ausgesehen, als wenn sich die Deutsche Bank bei ihrem Bemühen, operatives Geschäft und Beteiligungsportfolios zu restrukturieren, damit abgefunden hatte, die Postbank im Portfolio zu behalten. Sollten aber potenzielle Käufer anklopfen, dürfte man wohl interessiert sein, zumal ein Verkauf nicht nur entsprechende Einnahmen generieren würde, sondern auch die Verschuldungsquote positiv beeinflussen würde.

Allerdings bleibt der Markt gegenüber solchen Spekulationen skeptisch. Zwar haben in der letzten Zeit einige chinesische Firmen wie beispielsweise Fosun International und Anbang Insurance größere Beteiligungen in europäischen Finanzinstituten aufgebaut. Wanda selbst verfügt allerdings noch über keine Erfahrung im Finanzbereich.

Wanda hat bislang keine Erfahrungen im Finanzsektor

Bei der die Diversifikation des Geschäftes hatte der chinesische Immobilien-Riese in den vergangenen Jahren hauptsächlich Übernahmen bei amerikanischen Kinos und Produktionsstudios getätigt. Außerdem kaufte man einen italienischen Yacht-Hersteller und eine Sportrechte-Gruppe in der Schweiz.

So halten Beobachter es für eher wahrscheinlich, dass sich Wanda erst einmal einem Konsortium anschließen könnte, das eine große Finanz-Institution in Europa ins Visier nimmt, ehe Wanda auf eigenen Pfaden wandert. Wanda selbst hat die Medieninformationen über ein Interesse an der Postbank inzwischen dementiert.

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