Kommt die Zinserhöhung oder kommt sie nicht?

Kräftige Erholung beim Goldpreis!  Für den Kurssprung haben die verheerenden US-Arbeitsmarktdaten von Freitag letzter Woche gesorgt. Im Mai waren lediglich 38.000 Jobs geschaffen worden, statt der von den Volkswirten vorhergesagten 160.000. Das war der schlechteste Wert seit September 2010! Während ich seit etlichen Quartalen wiederholt aufgezeigt habe, wie schwach die US-Wirtschaft ist und angesichts eines Schuldenbergs von horrenden 64 Billionen Dollar für Staat, private Haushalte und Unternehmen außerhalb des Finanzsektors auf keinen Fall Zinserhöhungen verkraften kann, hatte die US-Notenbank seit Mitte Mai Investoren versucht davon zu überzeugen, dass zur Jahresmitte der zweite Zinsschritt nach oben folgen werde.

© Pixabay
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Denn die Wirtschaft sei angeblich stark genug, um weitere Zinserhöhungen zu verkraften. In dem Umfeld waren der Dollar und die US-Zinsen etwas gestiegen. Damit hatte Gold kurzfristig von zwei Seiten Gegenwind. Nichts liegt aber ferner der Realität als die Behauptung, die US-Wirtschaft sei stark. Vielmehr zeigen die jüngsten Arbeitsmarktdaten, wie schwach die Wirtschaft ist.

US-Wirtschaft wird noch stärker abkühlen

Die Erwartungen für Zinserhöhungen bei der Sitzung am 15. Juni liegen praktisch bei null. Vor der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten hatten Investoren spekuliert, dass Fed-Chefin Janet Yellen bei der nächsten Sitzung die Anlegergemeinde darauf einstimmen wird, dass es bei dem Treffen am 27. Juli zu einer Erhöhung kommen wird. Nach der Vorlage der Arbeitsmarktdaten ist diese Erwartung auf nur mehr 31 Prozent eingebrochen, zumal etliche Konjunkturdaten andeuten, dass sich die Wirtschaft in den nächsten Monaten entgegen den Beteuerungen der Notenbank und vieler „Experten“ nicht etwa beleben, sondern weiter abschwächen wird.

So war der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor auf 52,9 Punkte abgerutscht und nähert sich damit zusehends der Marke von 50 Punkten, die die Grenze zwischen Wachstum und Schrumpfen des Sektors bedeutet. Eine weitere Abschwächung im Dienstleistungssektor wird die Wirtschaft noch mehr belasten, macht die Branche doch rund 70 Prozent der Wirtschaftsleistung aus. Besonders besorgniserregend ist, dass die Auftragskomponente mit den Auftragseingängen von 59,9 Punkte auf 54,2 Punkte eingebrochen ist. Das ist der größte Rückgang seit Februar 2008.

Die obenstehende Kolumne ist ein Auszug aus dem Gold-Brief. Geschrieben von Gold-Experte Egmond Haidt, werden die Leser alle 2 Wochen kostenlos über die Entwicklungen bei Gold informiert! Kein Abo, keine Weitergabe der Daten!

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© Egmond Haidt
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Egmond Haidt ist gelernter Bankkaufmann und somit schon in jungen Jahren mit den Finanzmärkten in Kontakt gekommen. Nach seinem Studium an der Fachhochschule Würzburg begann er im Jahr 2000 als Redakteur bei Börse Online. Im Zuge der Finanzkrise hat er sich im Jahr 2007 auf den Goldmarkt spezialisiert und befasst sich seither täglich mit der Materie. Daher setzte Herr Haidt bereits seit 2008 bis 2011 auf steigende Preise bei Gold.

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