Kompromiss bei der Deutschen Lufthansa

Der erreichte Kompromiss bei dem Tarifstreit der Deutschen Lufthansa lässt erst einmal die Passagiere zu Atem kommen. Doch zufrieden sind die Lufthansa-Piloten mit dem Gehaltskompromiss nicht.

Denn es sind längst nicht alle Konflikte beseitigt. Die Vereinigung Cockpit sieht die weiteren Tarifgespräche als schwer belastet an. Der Grund hierfür ist die gleichzeitige Ankündigung des Konzerns, 40 weitere Flugzeuge der Lufthansa nicht mehr mit Piloten zu besetzen, die nach den Regeln des Konzerntarifvertrags bezahlt werden. “Langfristig schrumpft damit die Flotte der Lufthansa Classic”, gibt VC-Sprecher Markus Wahl zu bedenken.

Somit schrumpft natürlich auch die Zahl der 5.400 Stammpiloten, da die Lufthansa bereits seit Jahren keine neuen Flugzeugführer zu den alten Tarif-Bedingungen mehr einstellt. Vonseiten der VC wird befürchtet, dass es zu Personalüberhängen kommen könnte, wenn die Jets schneller aus der Flotte genommen und Piloten in den Ruhestand wechseln würden.

Der Druck auf die Lufthansa wächst

Die VC rechnet außerdem damit, dass Flugzeuge, die in den kommenden Jahren aus der Lufthansa-Flotte ausscheiden, durch neue Jets bei anderen Teilgesellschaften ersetzt werden. Denn der Druck auf das Luftfahrt-Unternehmen steigt immer weiter an, da die Rivalen in Form von Billigflug-Linien nicht untätig sind und sich auch an der Lufthansa-Basis Frankfurt breitmachen. Die Gründung neuer Tochtergesellschaften, in denen sich die Löhne an denen der Wettbewerber orientieren, bleibt daher für die Lufthansa eine realistische Alternative.

Gehaltssteigerungen von 8,7 % für die Piloten

Der jüngst erzielte Kompromiss sieht vor, dass die Piloten neben einer Einmalzahlung Gehaltsteigerungen von 8,7 % in vier Stufen über einen Zeitraum von sieben Jahren erhalten sollen. Die Urabstimmung läuft bis Ende März und trotz der heutigen Meldung hat die VC ihren Piloten empfohlen, den Kompromiss anzunehmen.

Es sind allerdings auch nach diesem Kompromiss noch weitere Kernthemen offen, als Beispiel sind Neuregelungen von Betriebsrenten und der Altersvorsorge zu nennen. Zwischen den Parteien gibt es noch große Meinungsunterschiede sowohl bei der Ausgestaltung des Vorruhestands als auch bei den Betriebsrenten und den Bestimmungen des Manteltarifs. Hier seien noch neue Streiks möglich, teilte die Piloten-Vereinigung mit.

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