Kongsberg Gruppen Aktie: Rahmenvertrag mit US Marines geschlossen
Der Vertrag läuft bis 2034, doch Erlöse entstehen erst durch konkrete Abrufe; die Aktie gab heute um 3,4 Prozent nach.

- NSM-Rahmenvertrag läuft bis September 2034
- Bis zu 404 Millionen Dollar möglich
- Erlöse erst nach konkreten Einzelabrufen
- Barclays senkte Kursziel auf 435 Kronen
Kongsberg Gruppen hat gestern eine langfristige Rahmenvereinbarung mit dem US Marine Corps geschlossen. Der Kontrakt für Ausrüstung rund um das Raketensystem Naval Strike Missile (NSM) weist ein potenzielles Gesamtvolumen von bis zu 404 Millionen US-Dollar auf.
An den Märkten sorgt der Abschluss dennoch für verhaltene Reaktionen: Die Aktie des norwegischen Rüstungs- und Technologiekonzerns notiert heute mit einem Minus von 3,4 Prozent bei 27,86 Euro.
Rahmenvertrag über Raketensysteme bis 2034
Die Vereinbarung läuft bis September 2034 und umfasst die Serienproduktion sowie Instandhaltung von NSM-Startgeräten, Waffenkontrollsystemen und zugehöriger Ausrüstung. Die Systeme unterstützen NMESIS, ein mobiles, landgestütztes Anti-Schiff-System der Marines. Kongsberg beziffert die Reichweite des Seezielflugkörpers auf mehr als 300 Kilometer.
Ein entscheidendes Detail für Anleger liegt in der formalen Struktur der Vereinbarung: Bei der Vergabe wurden zunächst keine Finanzmittel fest gebunden. Feste Erlöse und meldepflichtige Auftragseingänge verbucht Kongsberg erst, wenn das US Marine Corps konkrete Einzelabrufe tätigt. Die anfallenden Arbeiten sollen zu 85 Prozent am norwegischen Hauptstandort Kongsberg und zu 15 Prozent im US-amerikanischen Johnstown erbracht werden.
Dass der genannte Höchstbetrag keine garantierte Mindestabnahme darstellt, dämpft kurzfristige Kurssprünge. Strategisch festigt die Vereinbarung jedoch die Position des Konzerns bei der Modernisierung der US-Küstenverteidigung.
Analysten blicken auf den Auftragseingang
Das Analysehaus SB1 Markets verweist darauf, dass der tatsächliche Auftragseingang im dritten Quartal trotz des Rahmenvertrags hinter den Markterwartungen zurückbleiben könnte. Die Experten rechnen für das Quartal mit Neubestellungen von 9,6 Milliarden norwegischen Kronen, während der Marktkonsens bei 13,9 Milliarden Kronen liegt. SB1 Markets bekräftigt dennoch die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 375 Kronen.
Auch Barclays passte die eigene Einschätzung gestern an. Die britische Bank senkte ihr Kursziel für Kongsberg Gruppen von 440 auf 435 norwegische Kronen, beließ die Einstufung jedoch unverändert auf „Overweight“.
Kapazitätsaufbau und internationale Programme
Parallel dazu bereitet das Unternehmen den Ausbau seiner Produktionskapazitäten vor. Eine eigene Fertigungsstätte in den USA für die Raketensysteme NSM und Joint Strike Missile soll Ende 2027 mit der Produktion beginnen und bis Ende 2028 die volle Fertigungsrate erreichen.
Zugleich meldete Kongsberg Fortschritte bei europäischen Vorhaben. Für ein polnisches Drohnenabwehrprogramm vergab der Konzern gestern einen Auftrag über 16 Millionen Euro an das australische Unternehmen Advanced Navigation zur Lieferung von Trägheitsnavigationssystemen für die PROTECTOR-Plattformen.
Mit einem Zuwachs von 27 Prozent seit Jahresanfang zeigt die Kongsberg-Aktie ungeachtet der heutigen Kursabgaben eine robuste Verfassung im bisherigen Jahresverlauf. Der weitere Trend dürfte maßgeblich davon abhängen, wie zügig das US-Militär erste Abrufe aus dem Rahmenvertrag platziert.
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