Kongsberg Gruppen: Konsensus-Ziel fällt auf 365 Kronen

Kongsberg Gruppen verzeichnet Rekordaufträge, kämpft aber mit Margenproblemen. Analysten senken Kursziele nach enttäuschenden Quartalszahlen.

Die Kernpunkte:
  • Quartalsgewinn verfehlt Analystenerwartungen
  • Auftragsbestand erreicht Rekordniveau
  • Verteidigungssparte wächst um 45 Prozent
  • Capital Markets Day im Juni erwartet

Kongsberg Gruppen hat sich neu erfunden. Die Abspaltung der maritimen Sparte ist abgeschlossen — übrig bleibt ein reiner Rüstungs- und Raumfahrtkonzern. Der Markt tut sich noch schwer damit, den richtigen Preis zu finden.

Quartalszahlen enttäuschen, Auftragspolster beruhigt

Am Freitag schloss die Aktie bei 309,40 Norwegischen Kronen — ein Tagesrückgang von 3,1 Prozent. Hintergrund ist das komplizierte Ergebnis für das erste Quartal 2026. Der Umsatz wuchs um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beim Gewinn je Aktie verfehlte Kongsberg die Erwartungen jedoch deutlich: 1,81 Kronen statt der von Analysten erhofften Werte.

Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Das Konsensus-Kursziel fiel innerhalb von 48 Stunden von rund 417 auf 365 Kronen. Kein Wunder — Analysten müssen das Unternehmen nach der Abspaltung neu modellieren, ohne historische Vergleichsdaten für das bereinigte Profil.

Das operative Fundament ist allerdings bemerkenswert solide. Kongsberg meldete zum Quartalsende einen Auftragsbestand von 152 Milliarden Kronen — ein Rekord. Davon entfallen rund 80 Milliarden auf das Segment Verteidigungssysteme und 60 Milliarden auf Raketen und Luft- und Raumfahrtstrukturen. Besonders auffällig: 54 Prozent der Aufträge sind für Lieferungen ab 2028 vorgesehen. Das sichert Erlöse weit über den aktuellen Planungshorizont hinaus.

Wachstum kommt aus der Verteidigung

Das Segment Verteidigungssysteme wuchs im ersten Quartal um 45 Prozent. Es ist damit klar der Wachstumsmotor des Konzerns. Das spiegelt den globalen Trend wider: Rüstungsbudgets steigen, Lieferketten werden aufgebaut, Bestellungen laufen früher ein als erwartet.

Die Herausforderung liegt jetzt in der Produktion. Kongsberg muss Kapazitäten hochfahren, um den Auftragsbestand abzuarbeiten. Wie schnell das gelingt, bestimmt maßgeblich, wann sich die Margen verbessern.

Capital Markets Day im Juni als nächster Fixpunkt

Technisch hält die Aktie derzeit Abstand zur 200-Tage-Linie — rund 20 Prozent darüber. Kurzfristige Durchschnitte senden allerdings Verkaufssignale. Für die kommende Handelswoche erwarten Marktbeobachter eine Handelsspanne zwischen 302 und 317 Kronen. Die psychologische Marke von 300 Kronen gilt dabei als wichtige Unterstützung.

Den nächsten konkreten Impuls liefert der Capital Markets Day im Juni. Das Management will dann detaillierte Finanzziele und Kapitalallokationspläne für den neu aufgestellten Konzern vorstellen. Bis dahin dürfte die Kursentwicklung vor allem davon abhängen, ob Investoren dem Auftragspolster mehr Gewicht geben als den kurzfristigen Margenproblemen.

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