Koninklijke Philips Aktie: US-Justiz verhagelt den Nettogewinn

Philips verbuchte 288 Millionen Euro für die Respironics-Einigung; bereinigtes EBITA und vergleichbarer Umsatz legten im dritten Quartal zu.

Die Kernpunkte:
  • Nettogewinn sinkt auf 28 Millionen Euro
  • Bereinigtes EBITA steigt auf 569 Millionen Euro
  • Vergleichbarer Umsatz wächst um drei Prozent
  • Vorstand bestätigt die Jahresziele

Zwei Gesichter in einer Bilanz: Beim Nettogewinn bricht Philips im dritten Quartal ein, operativ legt der Konzern dagegen zu. Der Grund für den Gegensatz ist eine Rückstellung im Zusammenhang mit dem Respironics-Rückruf.

Rückstellung drückt den Gewinn

Unter dem Strich blieben 28 Millionen Euro, nach 187 Millionen im Vorjahresquartal. Das Betriebsergebnis halbierte sich auf 165 Millionen Euro. Ursache ist eine Rückstellung von 288 Millionen Euro, die Respironics für eine Grundsatzeinigung mit dem US-Justizministerium verbucht hat. Sie soll strafrechtliche und zivilrechtliche Ermittlungen zum Rückruf beilegen.

Die Einigung ist noch nicht final, die Dokumentation steht aus. Die Zahlung erwartet Philips im ersten Quartal 2027. Nicht erfasst bleiben weitere Verfahren rund um Respironics, darunter die Untersuchung der US-Generalstaatsanwälte.

Positiv für den Konzern: Ein Amsterdamer Gericht wies im Quartal Anträge von Investoren auf eine Untersuchung der Unternehmensführung ab.

Operativ auf Kurs

Das bereinigte EBITA stieg auf 569 Millionen Euro, die Marge legte um 70 Basispunkte auf 13,0 Prozent zu. Alle Segmente verbesserten sich. Treiber waren höhere Umsätze, eine bessere Bruttomarge und Einsparungen, teils aufgezehrt von Kostensteigerungen.

Der Umsatz erreichte 4,39 Milliarden Euro. Vergleichbar wuchs er um 3 Prozent. Die Segmente liefen dabei auseinander:

  • Personal Health: plus 8 Prozent
  • Connected Care: plus 5 Prozent
  • Diagnosis & Treatment: stagniert, belastet durch Ultraschall-Timing und schwächere Geschäfte in China

Der vergleichbare Auftragseingang zog um 8 Prozent an, getragen vom Bereich Diagnosis & Treatment. Das könnte dem zuletzt flachen Segment Rückenwind für die kommenden Quartale geben. Der freie Cashflow lag bei 384 Millionen Euro.

Prognose bleibt stehen

Die Jahresziele bestätigte der Vorstand. Das vergleichbare Umsatzwachstum soll 3 bis 4,5 Prozent erreichen, die bereinigte EBITA-Marge 13,5 bis 14,0 Prozent. Darin steckt ein Effekt aus US-Zollrückerstattungen von rund einem Prozentpunkt.

Der freie Cashflow soll zwischen 1,5 und 1,7 Milliarden Euro liegen. Das Sparprogramm 2026 bis 2028 mit 1,5 Milliarden Euro Zielvolumen liegt nach Unternehmensangaben im Plan; bislang kamen 427 Millionen Euro zusammen.

CEO Roy Jakobs verwies auf die Nachfrage nach KI-gestützten Produkten wie den CT-Plattformen Verida und Rembra. Neue Entwicklungen will Philips Ende November auf der Radiologiemesse RSNA zeigen. Die Telefonkonferenz zu den Zahlen beginnt heute um 10:00 Uhr.

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