Kontron Aktie: CEO Niederhauser weigert sich anzudienen

Das Pflichtangebot von Ennoconn für Kontron liegt mit 23,50 Euro je Aktie unter den Analystenschätzungen. CEO Niederhauser lehnt die Offerte ab.

Die Kernpunkte:
  • Angebotspreis von 23,50 Euro je Aktie
  • Analysten sehen fairen Wert bei bis zu 34 Euro
  • CEO Niederhauser verweigert Andienung seiner Anteile
  • Aktienrückkaufprogramm vorerst pausiert

Das Pflichtangebot der taiwanischen Ennoconn Corporation für Kontron sorgt für Kopfschütteln. 23,50 Euro je Aktie bietet der Großaktionär – und liegt damit deutlich unter dem, was Analysten für angemessen halten. Kein Wunder, dass die Offerte bei Marktbeobachtern auf Skepsis stößt.

Die Aktie selbst notiert am Freitag bei 23,84 Euro – minimal über dem Angebotspreis. Sie liegt damit nah am 200-Tage-Durchschnitt von 23,19 Euro. Der RSI von 65,8 deutet auf eine solide Dynamik hin, aber noch keine Überhitzung.

Analysten sehen großes Potenzial

Mehrere Bankhäuser bezeichnen die Offerte als „Lockvogelangebot“. Die DZ Bank, mwb research und Warburg Research sehen den fairen Wert der Kontron-Papiere deutlich höher. Ihre Kursziele reichen von 28,50 bis 34,00 Euro.

Die Prämie des Angebots beträgt nur 2,4 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom 9. Juni. Für Experten spiegelt das nicht den fundamentalen Wert des Unternehmens wider. Kontron ist in den Bereichen Rüstung, Bahn-Infrastruktur und Cybersecurity-Software aktiv.

CEO stellt sich quer

Auch das Management sendet klare Signale gegen eine schnelle Akzeptanz. CEO Hannes Niederhauser, der selbst rund 2,2 Prozent der Anteile hält, hat angekündigt, seine Aktien nicht anzudienen.

Das eigene Aktienrückkaufprogramm pausiert vorläufig. Eine strategische Geste: Der Konzern will nicht den Eindruck erwecken, den Aktionären einen Ausstieg zu erleichtern.

Das Pflichtangebot steht unter dem Vorbehalt der Gestattung durch die BaFin. Für 2026 rechnet das Management mit einem Umsatz von etwas über 1,6 Milliarden Euro und einem bereinigten EBITDA von 225 Millionen Euro. Langfristige Impulse durch die Zusammenarbeit mit Ennoconn werden frühestens 2028 erwartet.

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