Kontron: CEO kauft 6.000 Aktien für 128.000 Euro

Kontron-Chef Niederhauser investiert über 128.000 Euro, während die Ennoconn-Übernahme geprüft wird und GreenTec vor dem Umbau steht.

Die Kernpunkte:
  • CEO erwirbt zweimal 3.000 Kontron-Aktien
  • Ennoconn-Angebot erreicht rund 19,5 Prozent
  • Ministerium prüft ausländische Beteiligung weiter
  • GreenTec baut 424 von 500 Stellen ab

In der laufenden Börsenwoche hat Hannes Niederhauser, der Vorstandsvorsitzende der Kontron AG, Vertrauen in das eigene Unternehmen bewiesen und den Kurs für private Zukäufe genutzt. Laut entsprechenden Directors‘-Dealing-Meldungen erwarb der CEO am vergangenen Mittwoch zunächst 3.000 Aktien zu einem Preis von 21,44 Euro.

Nur einen Tag später, am Donnerstag, legte Niederhauser mit dem Kauf weiterer 3.000 Papiere zu einem Durchschnittskurs von 21,50 Euro nach. In der Summe investierte der Unternehmenschef damit innerhalb von zwei Handelstagen mehr als 128.000 Euro in den Technologiekonzern.

Solche Transaktionen durch Führungskräfte werden am Markt oft als Indikator für eine interne positive Einschätzung der künftigen Geschäftsentwicklung gewertet. Die Zukäufe erfolgen in einer Phase, in der die Notierung des Unternehmens einen deutlichen Abstand zu früheren Höchstständen aufweist.

Mit einem Schlusskurs von 21,46 Euro am Freitag liegt die Aktie derzeit rund 24 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch, das am 23. September des vergangenen Jahres bei 28,32 Euro markiert wurde. Seit Beginn des laufenden Kalenderjahres verzeichnet der Wert ein Minus von 6,3 %.

Behördliche Prüfung verzögert Ennoconn-Einstieg

Parallel zu den Insideraktivitäten wartet der Kapitalmarkt auf den formalen Abschluss des Pflichtangebots durch die Ennoconn Corporation. Medienberichten zufolge wurden dem Partner im Rahmen des Angebots rund 12,24 Millionen Aktien angedient, was einem Anteil von etwa 19,5 % entspricht. Damit steht fest, dass Ennoconn nach dem Vollzug der Transaktion keine Mehrheit der Stimmrechte an dem Konzern halten wird.

Der tatsächliche Vollzug des Anteilserwerbs hängt jedoch noch an einer regulatorischen Hürde in Deutschland. Das Bundeswirtschaftsministerium prüft das Vorhaben derzeit im Rahmen des Außenwirtschaftsgesetzes auf Basis einer FDI-Freigabe (Foreign Direct Investment).

Da es sich um eine Prüfung der nationalen Sicherheit und technologischen Souveränität handelt, lässt sich die Dauer des Verfahrens derzeit nicht verlässlich prognostizieren. Diese Hängepartie sorgt für eine gewisse Unsicherheit über den exakten Zeitplan der künftigen Aktionärsstruktur.

Operativer Umbau im Segment GreenTec vor dem Abschluss

Auf der operativen Ebene treibt das Management die im ersten Halbjahr eingeleitete Restrukturierung des Segments GreenTec voran. Dieser Schritt war notwendig geworden, nachdem der Bereich in den ersten sechs Monaten des Jahres einen massiven Erlösrückgang von 42,8 % hinnehmen musste.

Wie das Unternehmen bereits im Rahmen der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen vor rund einem Monat mitteilte, ist das Sparprogramm weit fortgeschritten: 424 der insgesamt 500 geplanten Stellenstreichungen waren zu diesem Zeitpunkt bereits vertraglich vereinbart oder abgeschlossen. Ziel ist es, die Restrukturierung bis zum Ende des laufenden dritten Quartals final zu beenden.

Trotz der Schwäche im GreenTec-Bereich zeigten andere Segmente im ersten Halbjahr eine robuste Dynamik. Der Bereich Aerospace & Defense verzeichnete ein Plus von 31,8 %, während die Sparte Cybersolutions um 16,3 % wuchs. Insgesamt erzielte der Konzern in der ersten Jahreshälfte einen Umsatz von 737,1 Millionen Euro bei einem bereinigten EBITDA von 100,8 Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr 2026 hält der Vorstand an seiner Prognose fest und erwartet einen Umsatz von leicht über 1,607 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes EBITDA von 225 Millionen Euro vor Berücksichtigung der Restrukturierungskosten.

Die Analystenlandschaft bewertete die Situation zuletzt unterschiedlich. Während mwb research noch im Juli eine Kaufempfehlung aussprach und das Kursziel leicht auf 35,00 Euro anhob, gab sich Oddo BHF Anfang August vorsichtiger.

Die dortigen Experten stuften das Papier von „Outperform“ auf „Neutral“ ab und reduzierten ihr Kursziel auf 23,50 Euro, wobei sie unter anderem auf die Herausforderungen im GreenTec-Sektor verwiesen.

Die jüngsten Auftragsgewinne, darunter eine Vertragsverlängerung mit einem Eisenbahnbetreiber im Volumen von 100 Millionen Euro, unterstreichen jedoch die anhaltende Nachfrage in den Kernbereichen Transportation und Industrie.

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