Kontron: Helfen die Zahlen der Aktie aus dem Tief?

Mit Spannung erwartete der Markt die Zahlen von Kontron für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres. Das Auftaktquartal entwickelte sich ja aus Sicht der Anleger zu einer einzigen Enttäuschung und enttäuschte auch die eigenen Erwartungen des Unternehmens auf ganzer Linie.

 

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Trend des Anfangsquartals setzt sich fort

Insgesamt entwickelte sich der Auftragseingang rückläufig. Mit 100,1 Mio. Euro lag Kontron 16,9% unter dem Wert des Vorjahresquartals. Der Umsatz ging ebenfalls um 6,5% auf 108,5 Mio. Euro zurück. Im Vergleich zum 1. Quartal setzte sich damit der rückläufige Trend beim Umsatz fort.

Dementsprechend gab es auch Einbußen hinsichtlich der Profitabilität. Die Bruttomarge erreichte 24,9% und lag damit leicht unter der angestrebten Zielmarke von 25%. Einen deutlichen Rückgang dagegen gab es beim EBIT. Dieses fiel - um Restrukturierungskosten bereinigt – um 5,5 Mio. Euro und damit bei -1,8 Mio. Euro. Die entsprechende Marge lag damit bei -1,7%. Im Quartal des Vorjahres konnte Kontron hier noch 3,2% erreichen.

Einzig der Auftragsbestand konnte mit 322,5 Mio. Euro ein Plus von 10,9% gegenüber dem Vorjahreszeitraum ausweisen.

 

Industrial-Sparte tanzt außer der Reihe

Die Sparte Communication konnte beim Umsatz gegenüber dem 1. Quartal etwas aufholen und erzielte 26,2 Mio. Euro. Der Auftragseingang erfüllte hier nicht die Erwartungen. Diese Sparte unterliegt derzeit einem strategischen Wandel. Aufgrund dessen passt Konton hier bereits seit Anfang 2013 sein Produktportfolio entsprechend an und erwartet auf der Umsatzseite hier erste Ergebnisse zum Ende dieses Jahres.

Die Sparte Avionics/Transportation/Defense lag mit einem Umsatz von 28,9 Mio. Euro ebenfalls unter den Erwartungen. Als Grund führte Kontron an, dass man die Erlöse des Vorjahres im Bereich Transportation aus dem Projektgeschäft in Polen nicht wie erwartet durch andere Umsätze kompensieren konnte. Die geplanten Umsätze werden jedoch lediglich später, also im 2. Halbjahr, erwartet. Auch der Bereich Defense unterlag starken Nachfrageschwankungen, welche zu einem Anstieg der Auftragseingänge in der zweiten Jahreshälfte führen sollten.

Die Sparte Industrial entwickelte sich dagegen positiv. Hier stiegen die Umsätze um 2,9% ebenso wie der Auftragseingang mit 11,5%.

 

Hoffnung liegt auf dem 2. Halbjahr

Vorstandschef Rolf Schwirz sieht den Konzern vor großen Herausforderungen, um die gesetzten Prognosen zu erreichen. Er erwartet zusätzliche Umsätze aus laufenden Abrufverträgen und aus einigen Neuprojekten.

Mut mache auch die Geschäftsentwicklung in Asien. In der APAC-Region wurden Umsatzsteigerungen von 12% verzeichnet. Nach dem Ausbau in den Märkten China und Japan hatte sich Kontron wie berichtet auf im indischen Markt stärker positioniert.

Der Wandel des Unternehmens hin zu einem Anbieter von Hard- und Software steht auf dem Programm, um weiteres Wachstumspotenzial zu nutzen, dass das Internet der Dinge bietet.

 

Keine Erholung bei Kontron in Sicht

Das hört sich alles gut an, einzig das Vertrauen der Anleger geht in eine andere Richtung. Das wird mit Blick auf den Chart überaus deutlich. Nachdem zum Handelsstart der Kurs um 2,26% verlor, konnte man das Minus zwar etwas verringern.

150730 Kontron

Insgesamt verloren die Papiere aber immer noch knapp 2% und notieren aktuell bei 3,51 Euro. Um hier ein deutliches Aufwärtssignal zu senden, reichen die veröffentlichten Zahlen ganz sicher nicht, welche letztendlich enttäuschten. Insofern ist mit weiteren Verlusten zu rechnen.

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