Kontron: Jetzt kommt es knüppeldick

2016 entwickelt sich langsam zum Horror-Jahr für Kontron. Der Hersteller von Kleinstcomputern, die in komplexeren Systemen eingebettet (embedded) werden, hat weiterhin mit einem schwachen Geschäft zu kämpfen. Das hat nun auch personelle Konsequenzen.

© Pixabay
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Bereits das erste Quartal war alles andere als zufriedenstellend. Nun folgte der Bericht zum zweiten Quartal einer ähnlichen Dramaturgie. Denn aufgrund einer anhaltend schwachen Nachfrage sank der Umsatz um 16% auf nur noch knapp 91 Mio. Euro im Berichtszeitraum. Die Marge lag bei 18,6% und damit meilenweit entfernt von der eigentlichen Zielmarke, die bei 25% liegt.

Kontron rutscht immer tiefer in die roten Zahlen

Kein Wunder, dass die Ertragszahlen miserabel aussehen. So wurde der Verlust im EBIT von 1,8 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf nunmehr 10 Mio. Euro ausgeweitet. Der Auftragseingang blieb mit einem Anstieg um 4,5% mager und dürfte kaum ausreichen, um im laufenden dritten Quartal die Trendwende zu schaffen.

Apropos Trendwende: An der soll sich nun ein neuer Vorstandschef versuchen. Denn der bisherigere CEO Rolf Schwirz wurde mit der Bekanntgabe der Zahlen ausgewechselt. Mit ihm gehen musste auch seine rechte Hand Andreas Plikat. Neuer Chef im Ring wird der bisherige Aufsichtsrat Sten Daugaard, der von einer so genannten Task Force, bestehend aus weiteren Aufsichtsrats-Mitgliedern, unterstützt werden soll.

Wo ist der Ausweg?

Das alles zeigt: Es brennt lichterloh unter dem Dach. Bereits Mitte Juli war von Kontron die Prognose 2016 einkassiert worden. Nun hat der Aufsichtsrat offensichtlich das Vertrauen verloren, dass Schwirz, der seit 2013 Vorstandschef bei Kontron war, das Ruder dauerhaft herumreißen kann bzw. das Unternehmen durch eine Restrukturierung führen kann.

Kontron-26-07-16

Die Börse reagiert auf die neuen Meldungen wenig überraschend mit kräftigen Abschlägen. Aber das ist im Kern eigentlich nur die Fortsetzung der bisherigen Kursschwäche. Ob Kontron hier ein Comeback starten kann, hängt nun weniger vom eigentlichen operativen Geschäft ab, sondern vielmehr davon, was das neue Management-Team dem Markt als Perspektive serviert. Vorerst sollten Anleger die Aktie aber meiden.

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