Kontron kauft in Indien zu – Geht die Aktie in Richtung neues Tief?

Wie der Anbieter von Embedded Computer Technologie (ECT) Kontron heute vermeldete, hat man die Kontron Technology India Pvt. Ltd., in eine hundertprozentige Tochter der Gruppe überführt. Das indische Unternehmen besitzt Büros in Bangalore und Mumbai.

 

© Pixabay
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Kontron möchte mit dieser Übernahme das Angebot für die 120 Kunden in der Region deutlich verstärken. So sieht sich das Unternehmen besser in der Lage, einen verbesserten Service vor Ort zu bieten und damit künftig ein qualitativ besseres Service-Angebot zu etablieren.

Als General-Manager für die Aktivitäten in diesem Bereich wurde Rajeev Soni berufend. Dieser gilt als so genannter Hightech-Industrie-Veteran und verfügt über eine jahrzehntelange Erfahrung u. a. aus einer Führungsposition bei Microsoft.

Der indische Markt stellt für Kontron ein wichtiges Segment dar. Vor allem die Nachfrage nach Embedded-Lösungen aus Bereichen in Verteidigung, Industrieautomatisierung und Transport wächst stark. Kontron verspricht sich hier vor allem kürzere Arbeitszeitkreisläufe und eine schnellere Markteinführung neuer Innovationen.

 

Kontron erweitert Angebot

Bereits im letzten Jahr hatte Kontron ein Programm zur Kosteneinsparung und Steigerung der Effizienz unter dem Namen „New Kontron“ ins Leben gerufen. Diese wurde mittlerweile weitgehend abgeschlossen.

Jetzt will sich der Konzern verstärkt den Plattformlösungen widmen. Neben der Hardware geht es dabei um integrierte System-Software, auch Middleware genannt. Hier sieht Kontron enorme Wachstumsmöglichkeiten, da dieser Markt dreimal so schnell wie das herkömmliche ECT-Segment wächst.

 

Spannung mit Blick auf das 2. Quartal

Insofern wartet der Markt gespannt auf die Entwicklung im 2. Quartal. Das Auftaktquartal enttäuschte die Anleger und konnte nicht so recht überzeugen.

Der Auftragseingang sank mit 87,7 Mio. Euro um 17% gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres. Auch der Umsatz entwickelte sich mit 98,5 Mio. Euro um 4% rückläufig. Der Auftragsbestand lag dagegen bei 338,1 Mio. Euro.

Aufgrund der niedrigeren Umsatzerlöse verbuchte Kontron Rentabilitätseinbußen. Die Bruttomarge lag mit 25,5% noch auf einem recht stabilen Niveau, das EBIT (ohne Berücksichtigung von Restrukturierungskosten) ging jedoch um 2,2% zurück.

 

Aktie vor neuem Tief?

Die Aktie bietet derzeit leider ein trauriges Bild. Seit Mitte März liegt diese in einem steilen Abwärtstrend, nachdem zuvor noch ein Jahreshoch markiert werden konnte.

Die nun verkündete Übernahme ist zwar strategisch durchaus positiv zu werten, reicht jedoch bei weitem nicht aus, um dem Kurs hier wieder auf die Sprünge zu helfen. Erst vor gut einer Woche wurde ein neues Tief bei 3,36 Euro erreicht.

150716 Kontron

Heute gab es zwar wieder ein leichtes Plus von 1,46%, vom Fleck kommen die Papiere dennoch dadurch nicht. Im Gegenteil, es besteht sogar die Gefahr, dass das zuletzt markierte Tief noch übertroffen wird. Hier werden erst die Ergebnisse für das 2. Quartal, sofern diese deutlich positiver ausfallen, für eine gewisse Erleichterung im Markt und gegebenenfalls für eine Erholung des Kurses sorgen können.

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