Kontron: Prognosesenkung sorgt für Verluste

Das erste Halbjahr verlief für Kontron relativ holprig. Die Zahlen konnten die Erwartungen des Marktes nicht erfüllen, was sich entsprechend negativ auf die Aktien des Unternehmens auswirkte. Anleger verloren das Vertrauen und trennten sich in großer Zahl von ihren Papieren.

 

© Pixabay
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Die nun vorgelegten Zahlen für das dritte Quartal lassen wieder Hoffnung aufkeimen, dass sich der eingeleitete Restrukturierungsprozess bei Kontron in Richtung Anbieter von Hard- und Software als richtig erweist. Das so genannte „Internet der Dinge“ ist weiter auf dem Vormarsch und von diesem riesigen Wachstumspotenzial will Kontron ebenfalls profitieren.

 

Zahlen mit positiven Signalen

Der Umsatz konnte im Berichtszeitraum um 4,4% auf 113,4 Mio. Euro gesteigert werden. Die beste Performance mit einem Plus von 12,2% lieferte dabei der Bereich Industrial. Im Bereich ATD ging dagegen der Umsatz im Jahresvergleich um 9,1% auf 32,1 Mio. Euro zurück. Hier spürte Kontron die Zurückhaltung einiger Kunden in den Sparten Transportation und Defense. Zugleich wurden einige Bestellungen in das nächste Jahr verschoben.

Der Auftragseingang verzeichnete im Vergleich zum Vorquartal ein Plus von 11,1%. Mit insgesamt 111,2 Mio. Euro lag man damit jedoch um 17,6% unter dem Wert des Vorjahres. Kontron erklärte dies mit einem Basiseffekt, da im Quartal des Vorjahres einige große Rahmenverträge zum Abschluss gebracht wurden.

 

Auftragsbestand auf Vorjahresniveau

Der Auftragsbestand belief sich auf 320,7 Mio. Euro und damit knapp unter dem Wert des Vorjahres. Die Bruttomarge erreichte 26,7% und die bereinigte EBIT-Marge lag bei 4,5%. Das um Restrukturierungskosten bereinigte EBIT betrug 5,1 Mio. Euro. Der starke Dollar führte zu negativen Effekten auf die US-Kostenbasis, ohne diese hätte das EBIT bei mehr als 10 Mio. Euro gelegen.

Insgesamt sieht sich Kontron auf dem richtigen Weg in Richtung „New Kontron“. Laut Vorstandsaussagen wird ein starkes viertes Quartal erwartet. Gleichwohl sah man sich gezwungen, die Prognose für das laufende Geschäftsjahr zu senken.

 

Kontron reduziert die Erwartungen

Aktuell erwartet man einen Umsatz von 460 bis 470 Mio. Euro. Zuvor ging der Konzern von 490 bis 510 Mio. Euro aus. Die bereinigte EBIT-Marge wird nun leicht unter dem bisherigen Ziel von 3 bis 5% erwartet. Die Bruttomarge soll weiter bei über 25% liegen.

 

Anleger strafen die Aktie ab

Analysten der DZ Bank zeigten sich von der Absenkung der Prognose nicht überrascht. Aufgrund einer Gewinnwarnung vom größten Kontron-Kunden Drägerwerk und der Flaute in der chinesischen Wirtschaft hatte man damit im Vorfeld der Zahlen gerechnet. Dennoch beließ man die Aktie weiterhin auf Kaufen mit einem Wert von 4,50 Euro.

151029 Kontron

Diesem Optimismus schlossen sich die Marktteilnehmer jedoch nicht an. Seit Börsenbeginn gaben die Papiere von Kontron um mehr als 6% nach und liegen damit mit einem Kurs knapp über 3,00 Euro auf einem weiterhin niedrigen Niveau.

Der Abwärtstrend der letzten Monate scheint sich weiter zu verfestigen und eine Erholung ist derzeit nicht in Sicht. Hier wird es noch einiger Anstrengungen seitens des Vorstandes brauchen, um das Vertrauen des Marktes zurückzugewinnen.

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