KOSPI: 5,9 Prozent nach dem Schock

Südkoreas Börsenbarometer Kospi macht nach dem jüngsten Einbruch einen Satz nach oben. US-Anleihekäufe und ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm von SK Hynix stützen die Kurse.

Die Kernpunkte:
  • Kospi erholt sich nach Kursrutsch
  • US-Anleiherückkauf beruhigt Märkte
  • SK Hynix kündigt Milliarden-Rückkauf an
  • Anleger bleiben wegen Schulden besorgt

Nach dem Kurssturz kommt die Gegenbewegung: Der Kospi legte am Donnerstag um 5,9 Prozent zu. Am Vortag hatte der südkoreanische Leitindex noch knapp sechs Prozent verloren. Die Erholung fällt damit fast spiegelbildlich zum Einbruch aus.

Auslöser der Beruhigung war ein Signal aus den USA. Das US-Finanzministerium kündigte an, verstärkt langlaufende Anleihen zurückzukaufen. Die Rendite zehnjähriger Papiere sank daraufhin, dreißigjährige Anleihen gaben um neun Basispunkte nach. Das nahm dem globalen Anleiheverkauf, der auch die asiatischen Technologiewerte zuletzt belastet hatte, etwas Druck.

Chipsektor treibt die Erholung

Ein weiterer Impuls kam direkt aus Südkorea. Der Speicherchip-Hersteller SK Hynix kündigte ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 40 Billionen Won an, umgerechnet rund 28,3 Milliarden Dollar. Für den technologielastigen Kospi, der stark von Halbleiterwerten geprägt ist, wirkte das wie ein Befreiungssignal nach den schweren Verlusten der Vortage.

Auch andere asiatische Börsen zogen mit. Der Nikkei 225 stieg um 1,4 Prozent auf 66.216,79 Punkte, gestützt von sinkenden Renditen japanischer Staatsanleihen. Der Hang Seng in Hongkong gewann 1,3 Prozent, während der chinesische CSI 300 mit minus 0,1 Prozent nahezu unverändert blieb.

Strukturelle Sorgen bleiben

Die Beruhigung an den Rentenmärkten könnte sich als kurzlebig erweisen. Die US-Gesamtverschuldung hat erstmals die Marke von 40 Billionen Dollar überschritten, das Angebot an Staatsanleihen wächst also weiter. Hinzu kommen ungelöste geopolitische Spannungen: Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran gelten als festgefahren, während Ölpreise wegen verschärfter US-Sanktionen bereits die vierte Sitzung in Folge zulegten.

Für den Kospi bedeutet das: Die 5,9-Prozent-Erholung ist eine Reaktion auf nachlassenden Druck bei den Anleiherenditen, nicht auf eine grundsätzliche Entspannung. Ob die Rally trägt, hängt maßgeblich davon ab, ob die US-Anleihekäufe die zugrunde liegenden Verschuldungssorgen tatsächlich dämpfen oder nur kurzfristig überdecken.

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