KOSPI: 8.000-Punkte-Marke verloren

Der südkoreanische Leitindex KOSPI bricht nach einem starken Start ein und fällt unter die psychologisch wichtige 8.000er-Marke. Ausländische Investoren ziehen sich zurück.

Die Kernpunkte:
  • KOSPI stürzt unter 8.000 Punkte
  • Ausländische Investoren verkaufen zwölf Tage lang
  • Chip-Schwergewichte Samsung und SK Hynix drehen ins Minus
  • Privatanleger stemmen sich mit Rekordkäufen gegen Abverkauf

Händler an der Börse Seoul erlebten am Montag einen turbulenten Handelstag. Der KOSPI startete mit einem Plus von 1,22 Prozent in die Woche, raste auf ein Tageshoch von 8.319 Punkten — und stürzte dann regelrecht ab. Am Mittag notierte der Index bei 7.938 Punkten, ein Minus von 1,86 Prozent. Die psychologisch wichtige 8.000er-Marke ist damit erstmal Geschichte.

Der Ausverkauf kam nicht aus heiterem Himmel. Ausländische Investoren haben zwölf Handelstage in Folge netto verkauft — ein anhaltender Abflus, der den Markt unter Druck setzt. Allein am Montag zogen sich internationale Anleger mit 550 Milliarden Won zurück, institutionelle Investoren kamen mit 730 Milliarden Won obendrauf. Dagegen stemmten sich Privatanleger mit Rekordkäufen von 1,2 Billionen Won. Es half nichts.

Chip-Rally dreht ins Minus

Besonders schmerzhaft: Ausgerechnet die Schwergewichte, die den Markt in den vergangenen Monaten getragen haben, wurden zu Verlierern. Samsung Electronics stürzte von einem 4-Prozent-Gewinn ins Minus. Die Anleger positionieren sich vor den am Dienstag erwarteten vorläufigen Q2-Zahlen neu. Die Konsensschätzung liegt bei einem operativen Gewinn von 85 Billionen Won — eine enorme Summe, die aber längst eingepreist sein könnte.

Auch SK Hynix drehte ins Negative, nach einem frühen Plus von 3,2 Prozent. Der Börsengang der US-Notierung am 10. Juli stützt zwar die Aktie grundsätzlich. Doch die Stimmung im Halbleitersektor kippt. Zunehmend mehren sich Sorgen, die KI-getriebene Chip-Nachfrage könne ihren zyklischen Höhepunkt erreicht haben.

Der Nebenwerte-Index KOSDAQ verlor 4,09 Prozent. Hier sorgten Gewinnmitnahmen bei Biotech-Werten wie Alteogen für zusätzlichen Druck.

Technisch angeschlagen

Der Bruch der 8.000 Punkte ist ein klares technisches Signal. Sollte der Abverkauf anhalten, rückt der 100-Tage-Durchschnitt bei 6.968 Punkten als nächstes Kursziel in den Fokus. Der VKOSPI, der südkoreanische Angst-Index, stand bei extremen 89 Punkten. Das impliziert eine annualisierte Volatilität von rund 90 Prozent — Schwankungen von über fünf Prozent sind jederzeit möglich.

Der RSI von 50,8 signalisiert derweil weder überkauft noch überverkauft. Die anhaltenden Auslandsverkäufe verhindern, dass sich ein stabiler Boden bildet.

Alles wartet auf Samsung

Der Handel dürfte zum Nachmittag hin abwarten bleiben. Die Anleger fokussieren sich auf Dienstag. Liefert Samsung Electronics einen Gewinn über der 85-Billionen-Marke, könnte dies die zwölftägige Verkaufsserie ausländischer Investoren stoppen. Enttäuscht das Unternehmen allerdings — etwa mit vorsichtigen Aussagen zu den Chip-Preisen — droht eine Kapitulation in Richtung 7.500 Punkte. Der südkoreanische Won schwächelt derweil weiter zur Marke von 1.550 zum Dollar, was den Markt für internationale Investoren zusätzlich unattraktiv macht.

Der Ausgang dieser Woche wird zeigen, ob die Privatanleger den Markt halten können — oder ob die ausländischen Verkäufe die Oberhand behalten.

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