KOSPI Chip-Ausverkauf trifft Seoul
Südkoreas Leitindex KOSPI verliert 6,4 Prozent, getrieben von Kursstürzen bei Samsung und SK Hynix. Die Notenbank erhöht zeitgleich die Leitzinsen.

- KOSPI stürzt um 6,4 Prozent ab
- Samsung und SK Hynix als Hauptverlierer
- Notenbank erhöht Leitzins auf 2,75 Prozent
- SK Hynix Quartalszahlen am 22. Juli erwartet
Ein einziger Tag reicht, um die gesamten Gewinne der Vorwoche zu kassieren. Genau das ist dem südkoreanischen Leitindex heute passiert — und Samsung sowie SK Hynix tragen die Hauptlast.
Der Kospi brach am Donnerstag um 6,4 Prozent auf 6.817,72 Punkte ein und radierte damit den kompletten Vortagesgewinn aus. Zeitweise musste der Handel in Seoul wegen zu starker Kursausschläge pausiert werden — ein Vorgang, der sich in den vergangenen Wochen bereits mehrfach wiederholt hat. Der Index gilt seit Monaten als besonders volatil, getrieben von seiner hohen Technologie-Gewichtung.
Samsung und SK Hynix als Belastung
Samsung Electronics und SK Hynix stellen zusammen die Hälfte der Kospi-Gewichtung — und genau diese beiden Werte brachen am Donnerstag massiv ein. Hinter dem Ausverkauf steht die wachsende Sorge, dass die KI-getriebene Rally bei Halbleiterwerten zu weit gelaufen ist. Chipaktien machen inzwischen ein historisch hohes Gewicht in den wichtigsten asiatischen Indizes aus, was die Anfälligkeit für Gewinnmitnahmen erhöht.
Zusätzliche Vorsicht bringt der Blick auf die Zahlen von SK Hynix, die am 22. Juli anstehen. Auch die Quartalszahlen des taiwanesischen Chipherstellers TSMC, veröffentlicht noch am selben Tag, konnten den Sektor nicht stabilisieren — obwohl der Überschuss um 77 Prozent auf knapp 707 Milliarden taiwanesische Dollar kletterte und die Erwartungen der Analysten übertraf. Die Reaktion zeigt: Anleger zweifeln daran, ob die Technologiekonzerne in der laufenden Berichtssaison die durch stark gestiegene Kurse mittlerweile deutlich höhere Messlatte noch einmal überspringen können.
Zinserhöhung verschärft die Lage
Die koreanische Notenbank hat parallel zum Kurseinbruch die Zinsen erstmals seit dreieinhalb Jahren angehoben, der Leitzins liegt nun bei 2,75 Prozent nach dem von Marktteilnehmern erwarteten Schritt um 25 Basispunkte. Ein heiß laufender Immobilienmarkt sowie der seit Monaten schwache Won lieferten der Notenbank die Argumente für die straffere Geldpolitik. Weitere Zinsschritte wurden bereits angedeutet.
Belastend wirken zudem die fortgesetzten Angriffe im Iran-Krieg, auch wenn sich das bislang nicht in steigenden Ölpreisen niederschlägt. Für Hyundai Motor ging es an der Börse um dreieinhalb Prozent nach unten — der Autobauer übernimmt die restlichen Anteile der Softbank Group an Boston Dynamics und damit die vollständige Kontrolle über das Robotikunternehmen, nachdem Softbank eine vertragliche Verkaufsoption gezogen hatte. Finanzielle Details zu diesem Deal wurden nicht genannt.
Im Kontrast zu Seoul zeigte sich Hongkongs Hang Seng mit einem Plus von 1,9 Prozent auf 25.157,56 Punkte deutlich robuster, getragen von Kursgewinnen bei Alibaba und Tencent außerhalb der Chipbranche. Ob sich diese Stärke auf den Rest der Region überträgt, dürfte sich an den anstehenden Zahlen von SK Hynix am 22. Juli entscheiden.
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