KOSPI: Samsung und SK hynix stützen Index
Der KOSPI gab wegen Nahost-Spannungen und Zinsängsten nach, während Rückkäufe von Samsung und SK hynix den Index stabilisierten.

- KOSPI sinkt auf 6.685,27 Punkte
- Brent-Preis steigt über 90 US-Dollar
- Samsung startet Rückkauf über 15 Billionen Won
- SK hynix kauft täglich eigene Aktien
Der südkoreanische Leitindex KOSPI verzeichnete heute einen Rückgang von 1,5 % auf 6.685,27 Punkte. In einem Marktumfeld, das von eskalierenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und falkenhaften Signalen der US-Notenbank Federal Reserve geprägt ist, markiert dieser Stand aktuell einen Abstand von 29 % zum 52-Wochen-Hoch.
Trotz des deutlichen Abgabedrucks verhinderten massive Stützungsmaßnahmen der heimischen Technologie-Schwergewichte im Tagesverlauf ein noch stärkeres Abrutschen.
Geopolitische Spannungen und Zinsängste belasten
Bereits zu Handelsbeginn geriet der südkoreanische Markt massiv unter Verkaufsdruck. Berichte über militärische Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran ließen den Ölpreis für die Sorte Brent um mehr als 2 % auf über 90 US-Dollar steigen, was die Inflationssorgen weltweit befeuerte.
Parallel dazu werteten Investoren Äußerungen des Fed-Vorsitzenden Warsh aus, der beim Notenbank-Treffen in Jackson Hole die Möglichkeit einer baldigen Zinserhöhung signalisierte.
Medienberichten zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung der US-Leitzinsen im September mittlerweile bei 57 %. In Südkorea selbst hatte die Zentralbank den Leitzins bereits im August zum zweiten Mal in Folge angehoben, um auf den anhaltenden Preisdruck zu reagieren. Dieser liegt nun bei 3,00 %.
Diese Kombination aus steigenden Kreditkosten und globaler Unsicherheit führte dazu, dass insbesondere ausländische Investoren und Institutionen ihre Positionen am südkoreanischen Aktienmarkt abbauten.
Rückkaufprogramme von Samsung und SK hynix als Brandmauer
Dass sich der Index von seinem ursprünglichen Tagestief erholen konnte, ist vor allem den beiden Branchenriesen Samsung Electronics und SK hynix zu verdanken. Beide Unternehmen haben umfangreiche Aktienrückkäufe gestartet, die dem Markt Liquidität zuführen. Samsung begann am 24. August mit einem Programm im Volumen von 15 Billionen Won, das bis in den November hinein fortgesetzt werden soll.
Auch SK hynix tritt seit dem 20. August als massiver Käufer auf und erwirbt nach vorliegenden Informationen täglich eigene Anteile im Wert von 700 Milliarden bis zu einer Billion Won.
Diese Maßnahmen zeigen Wirkung: Während Privatanleger und Profi-Investoren netto verkauften, traten juristische Personen, zu denen die rückkaufenden Unternehmen selbst zählen, als stützende Kraft auf. Allein am heutigen Montag summierte sich das Kaufvolumen dieser Gruppe auf über 1,5 Billionen Won.
Rekordgewinne im Halbleitersektor finanzieren Stützungen
Die finanzielle Basis für diese Milliarden-Rückkäufe bilden herausragende Geschäftszahlen aus dem ersten Halbjahr 2026. Samsung Electronics erwirtschaftete in den ersten sechs Monaten einen Betriebsgewinn von 146,7 Billionen Won, während SK hynix 98,2 Billionen Won verbuchte.
Der Boom bei Speicherchips für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz trieb die Ergebnisse auf Rekordniveau. Dies spiegelt sich auch in der Steuerbilanz wider: Beide Konzerne zahlten im ersten Halbjahr zusammen 11,21 Billionen Won an Körperschaftssteuer, was einem Zuwachs von 167 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Analysten von NH Investment & Securities erwarten für die kommende Woche eine Handelsspanne des KOSPI zwischen 6.400 und 7.500 Punkten. Der Fokus der Marktteilnehmer richtet sich nun auf den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag sowie die anstehenden Inflationsdaten Mitte September.
Trotz der aktuellen Volatilität prognostizieren die Experten von KB Securities eine Aufwärtsdynamik, gestützt durch die anhaltend starke Exportleistung im südkoreanischen IT-Sektor. Dennoch bleibt die Handelsaktivität verhalten: Das tägliche Durchschnittsvolumen im August sank im Vergleich zum Frühsommer deutlich auf rund 26 Billionen Won.
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