KOSPI: Zaghafte Erholung nach Ausverkauf
Der südkoreanische Leitindex KOSPI zeigt erste Stabilisierungstendenzen, bleibt aber durch Halbleiter-Schwäche und geopolitische Risiken belastet.

- KOSPI erholt sich um 0,7 Prozent
- Halbleiterwerte weiter unter Druck
- Ölpreise steigen wegen Nahost-Konflikt
- US-Inflationsdaten im Fokus
Nach dem heftigen Kursrutsch der vergangenen Handelstage wagt sich der südkoreanische Leitindex wieder aus der Deckung. Der Kospi legte am Dienstag um 0,7 Prozent zu — nachdem er tags zuvor noch um 2,5 Prozent eingebrochen war. Von einer echten Trendwende kann dabei kaum die Rede sein, denn die Belastungsfaktoren im Hintergrund bleiben unverändert brisant.
Halbleiterwerte bleiben Wackelkandidat
Auslöser der jüngsten Talfahrt war ein deutlicher Kursrutsch der in den USA gelisteten SK-Hynix-Aktien, der die gesamte Halbleiterbranche in Südkorea unter Druck setzte. Diese Volatilität dürfte Anleger vorerst weiter begleiten — der Sektor macht einen erheblichen Teil der Kospi-Gewichtung aus und reagiert entsprechend sensibel auf US-Vorgaben.
Überlagert wird das Ganze von der Lage im Nahen Osten. Nachdem die USA eine Blockade iranischer Schifffahrt sowie einen Aufschlag von 20 Prozent auf Frachtschiffe durch die Straße von Hormus in Aussicht gestellt haben, zogen die Ölpreise kräftig an und markierten den höchsten Stand seit rund einem Monat. Steigende Energiekosten schüren wiederum die Sorge, dass sich die Inflation hartnäckiger hält als gedacht.
Genau diese Sorge treibt derzeit auch die Zinsdebatte in den USA an. Nach zuletzt eher hawkishen Signalen aus der Notenbank rechnen einige Marktteilnehmer inzwischen sogar mit einer Zinsanhebung noch in diesem Monat — ein Szenario, das noch vor Kurzem kaum jemand für möglich gehalten hätte.
Die Region zeigt sich insgesamt gespalten: Während der Nikkei 225 parallel um 0,7 Prozent auf 67.743,50 Punkte kletterte, profitierten Chinas Börsen von überraschend starken Handelsdaten. Der CSI 300 gewann 1,5 Prozent, der Hang Seng in Hongkong 0,8 Prozent. Der australische ASX 200 verharrte dagegen nahezu unverändert bei 8.808,50 Punkten.
Im Tagesverlauf richtet sich der Blick auf die US-Verbraucherpreisdaten. Fallen sie höher aus als erwartet, dürfte das die Zinsanhebungs-Spekulationen weiter befeuern — und die gerade erst begonnene Stabilisierung am Kospi schnell wieder infrage stellen.
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