Kraft Heinz Aktie: Innerer Wert bei bis zu 45 Dollar gesehen

Trotz jüngster Kursgewinne bleibt die Aktie von Kraft Heinz unter Druck. Analysten sehen jedoch deutliches Aufwärtspotenzial basierend auf internen Bewertungsmodellen.

Die Kernpunkte:
  • Aktie fällt um 1,8 Prozent
  • Bewertungsspanne von 34 bis 45 Dollar
  • Schuldenrückkauf von 1,1 Milliarden Dollar
  • KGV von 11,7 signalisiert günstige Bewertung

Kraft Heinz hat eine starke Wochenserie mit einem leichten Rücksetzer beendet. Am Freitag fiel die Aktie um 1,81 Prozent auf 20,64 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen steht trotzdem ein Plus von 7,49 Prozent zu Buche.

Der Kurs bleibt damit in einer engen Spanne gefangen. Seit Jahresanfang liegt das Papier leicht im Minus, auf Zwölfmonatsbasis beträgt der Rückgang 12,82 Prozent. Technisch notiert die Aktie knapp unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 20,88 Euro. Der RSI liegt mit 47,0 im neutralen Bereich.

Bewertung rückt in den Mittelpunkt

Der eigentliche Treiber der Debatte ist nicht die Tagesbewegung, sondern die Bewertung. Mehrere Modelle setzen den inneren Wert der Aktie deutlich höher an als den aktuellen Kurs. Genannt werden Spannen von 34 bis 45 US-Dollar je Aktie, was aus heutiger Sicht reichlich Luft nach oben bedeuten würde.

Auch die klassische Kennzahl spricht für ein eher defensives Bewertungsniveau. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei etwa 11,7. Für einen Konzern aus dem Basiskonsumgüter-Sektor ist das kein Luxusaufschlag, sondern eher ein Signal, dass ein Teil der skeptischen Erwartungen bereits eingepreist ist.

Schuldenabbau und Operativeffekte

Parallel dazu arbeitet Kraft Heinz an seiner Kapitalstruktur. Das Unternehmen hat bei einem Barangebot für ausstehende Senior Notes bis zu 1,1 Milliarden Dollar vorangetrieben. Die frühe Annahme und die Preisfestlegung sind bereits erfolgt, die vorzeitige Abwicklung wurde in der letzten Maiwoche abgeschlossen.

Hinzu kommt der Auftritt auf der Deutsche Bank dbAccess Global Consumer Conference in dieser Woche. Dort dürften vor allem zwei Themen im Fokus stehen: die Stabilisierung des US-Geschäfts und der Umgang mit dem schwierigen Umfeld in der Konsumgüterbranche. CEO Steve Cahillane hat genau diesen Bereich als Priorität für das laufende Geschäftsjahr markiert.

Was der Markt jetzt prüft

Operativ hat Kraft Heinz im ersten Quartal bereits geliefert. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,58 Dollar, der Umsatz bei 6,05 Milliarden Dollar. Der Vorstand hat die Jahresprognose bestätigt, verweist aber weiter auf schwache Konsumstimmung und den Preisdruck im Lebensmittel- und Getränkesektor.

Die Aktie bewegt sich derzeit zwischen 18,28 und 24,95 Euro. Dass sie trotz der jüngsten Erholung noch rund 17 Prozent unter dem Hoch liegt, zeigt: Die Börse wartet auf mehr als nur eine ruhige Woche. Entscheidend wird, ob die nächsten Signale vom Konsumgeschäft und vom Schuldenmanagement ausreichen, um die Lücke zwischen Kurs und Bewertung weiter zu schließen.

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