Kraft Heinz Aktie: Kaffeesparte wird verkauft
One Rock übernimmt Marken und Werke; Kraft Heinz behält 30 Prozent und will den erwarteten Nettoerlös für Schulden nutzen.

- Verbindliche Vereinbarung mit One Rock
- Unternehmenswert beträgt 650 Millionen Dollar
- Abschluss frühestens Mitte 2027 vorgesehen
- Zwei unabhängige Direktoren neu berufen
Kraft Heinz trennt sich von seinem Nordamerika-Kaffeegeschäft. Käufer ist der Finanzinvestor One Rock Capital Partners, der Unternehmenswert liegt bei 650 Millionen Dollar. Maxwell House, Gevalia und weitere Marken wechseln damit den Eigentümer.
Details des Verkaufs
Die Vereinbarung ist laut Unternehmen verbindlich. Zum Paket gehören neben Maxwell House und Gevalia auch Nabob, Yuban, Tassimo, Ethical Bean und Sanka. Kraft Heinz behält eine Minderheitsbeteiligung von 30 Prozent ohne Kontrollrechte.
Der Abschluss ist für Mitte 2027 geplant und steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen. Rund 250 Beschäftigte aus Lieferkette, Vertrieb, Marketing und weiteren Bereichen wechseln mit. Ebenso gehen die Kaffeewerke in Jacksonville (Florida) und Vancouver (Kanada) an den Käufer.
Nach Steuern erwartet der Konzern Nettoerlöse von etwa 500 Millionen Dollar. Das Geld soll in den Schuldenabbau fließen. Zudem soll der Schritt Wachstum und Marge des Konzerns verbessern.
Fokus auf Kernmarken
Konzernchef Steve Cahillane spricht von einem bedeutsamen Schritt, um Wert aus dem Portfolio zu heben. Ressourcen sollen stärker in Marken fließen, bei denen das Unternehmen schneller wachsen kann. Dazu zählen laut Konzern Heinz, Kraft, Philadelphia, Primal Kitchen und Lunchables.
Der Verkauf passt in die laufende Neuausrichtung. Erst zuletzt hatte Kraft Heinz die zuvor geplante Aufspaltung gestoppt und setzt stattdessen auf Portfoliopflege und Effizienz. One Rock kündigt an, die Investitionen in die Kaffeemarken auszuweiten und die Beziehungen zum Handel zu stärken.
Neue Köpfe im Verwaltungsrat
Am selben Tag besetzt der Konzern zwei Posten im Board neu. Kelly Dilts, Finanzchefin von Nordstrom und zuvor beim Händler Dollar General tätig, zieht ebenso ein wie Mike Schlotman. Er war fast 20 Jahre Finanzchef der Supermarktkette Kroger und saß im Board von Kellanova, bevor Mars den Snackhersteller Ende 2025 übernahm. Beide gelten als unabhängige Direktoren und sollen Handelsexpertise einbringen.
Die Ernennungen gelten seit heute. Der Kaffeeverkauf soll hingegen frühestens Mitte 2027 abgeschlossen werden. Erst dann fließen die rund 500 Millionen Dollar zur Schuldentilgung.
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