Kraken Robotics Aktie: 615-Millionen-Deal rückt näher
Kraken Robotics steigert Umsatz und Liquidität, während die milliardenschwere Covelya-Übernahme kurz vor dem Abschluss steht.

- Umsatzplus von 35 Prozent im Quartal
- Barmittel auf über 100 Millionen Dollar gestiegen
- Covelya-Deal im Wert von 615 Millionen Dollar
- Jahresprognose für Umsatz und EBITDA bestätigt
Kraken Robotics liefert Wachstum, Liquidität und eine klare M&A-Story. Der kanadische Meerestechnikspezialist steigert die Erlöse deutlich, hält die Profitabilität stabil und bereitet parallel die größte Übernahme seiner Unternehmensgeschichte vor. Der Kurs reagiert bislang weniger euphorisch als die operativen Daten vermuten lassen.
Produktgeschäft zieht kräftig an
Im Auftaktquartal stieg der konsolidierte Umsatz auf 21,7 Millionen Dollar, ein Plus von 35 Prozent. Haupttreiber war das Produktgeschäft, das um 50 Prozent zulegte. Besonders gefragt waren SeaPower-Unterwasserbatterien und Synthetic-Aperture-Sonar-Systeme.
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Das bereinigte EBITDA lag bei 3,0 Millionen Dollar und blieb damit stabil. Das ist bemerkenswert, weil Kraken weiter in Fertigungskapazitäten und Geschäftsentwicklung investiert. Das Management verweist zudem auf die saisonale Struktur der Unterwasserindustrie: Die stärkeren Beiträge werden typischerweise im weiteren Jahresverlauf erwartet.
Bilanz wird zur Deal-Waffe
Die Liquidität hat sich deutlich verbessert. Kraken verfügte zuletzt über 108,7 Millionen Dollar an Barmitteln, nach 59,3 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Das Working Capital stieg auf 162,4 Millionen Dollar.
In der Bilanz steckt allerdings noch ein größerer Hebel. Rund 394,5 Millionen Dollar aus Subscription Receipts liegen auf Treuhandkonten und sollen einen Teil der 615 Millionen Dollar schweren Übernahme der Covelya Group finanzieren. Der Deal soll Kraken zu einem deutlich größeren Anbieter von Unterwassertechnologie für Verteidigungs- und kommerzielle Anwendungen machen.
Prognose bleibt ambitioniert
Der Vorstand bestätigte die Stand-alone-Prognose ohne mögliche Beiträge von Covelya:
- Umsatz: 165 bis 175 Millionen Dollar
- Bereinigtes EBITDA: 40 bis 50 Millionen Dollar
- Investitionen: 15 bis 18 Millionen Dollar
Am Mittelpunkt der Spanne entspräche das einem Umsatzwachstum von mehr als 65 Prozent und einem EBITDA-Zuwachs von rund 80 Prozent gegenüber 2025. Eine kombinierte Prognose für den neuen Konzern will Kraken nach dem offiziellen Abschluss der Covelya-Transaktion vorlegen.
Auch der Auftragseingang stützt die Wachstumsstory. Kraken kommt im laufenden Jahr auf rund 97 Millionen Dollar an Stand-alone-Aufträgen, Covelya auf etwa 165 Millionen Dollar. Zusammen würde das Unternehmen mehr als 700 Kunden in Verteidigung und Industrie bedienen.
Die Aktie schloss am Freitag bei 4,74 Euro; auf Wochensicht steht ein Minus von 2,77 Prozent, seit Jahresbeginn ein Plus von 12,46 Prozent. Gegenüber dem Hoch von 6,57 Euro aus dem März bleibt allerdings ein Abstand von knapp 28 Prozent.
Mit dem erwarteten Abschluss der Covelya-Transaktion gegen Ende des laufenden Quartals bekommt der Markt den nächsten konkreten Prüfpunkt. Dann dürfte sichtbar werden, wie stark die kombinierte Gruppe tatsächlich wächst — und wie viel der hohen Auftragsdynamik in Marge und Cashflow ankommt.
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