Kratos Defense Aktie: 14-Prozent-Kollaps durch Iran-Deal

Trotz Rekordaufträgen und steigender Umsätze bricht der Aktienkurs von Kratos Defense ein. Ein mögliches Friedensabkommen und massive Insiderverkäufe verunsichern die Anleger.

Die Kernpunkte:
  • Aktie verliert 14 Prozent in einer Woche
  • Insider stoßen Aktien im Wert von 30 Millionen Dollar ab
  • Umsatz steigt um 22 Prozent auf Rekordniveau
  • RSI-Wert nahe überverkauftem Bereich

Volle Auftragsbücher, aber ein kollabierender Aktienkurs. Bei Kratos Defense klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Ein geopolitischer Kurswechsel treibt Investoren massenhaft in die Flucht.

Die vergangenen Handelstage glichen einem Blutbad. Die Papiere des Rüstungskonzerns verloren binnen einer Woche mehr als 14 Prozent. Am Freitag schloss der Kurs bei 40,86 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf knapp 40 Prozent.

Auslöser für die Panik ist ein vorläufiges Friedensabkommen zwischen den USA und Iran. Marktbeobachter fürchten nun sinkende Budgets für taktische Drohnen. Die langfristigen Aussichten für lukrative Kernverträge im Nahen Osten wackeln.

Führungskräfte machen Kasse

Verkäufe aus der Chefetage verstärken den Abwärtsdruck. In den letzten 90 Tagen stießen Insider Aktien im Wert von über 30 Millionen US-Dollar ab. Käufe gab es in diesem Zeitraum keine. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren.

Unter anderem trennten sich die Spartenchefs David M. Carter und Phillip D. Carrai von tausenden Papieren. Beide Manager nutzten dafür zwar vorab festgelegte Handelspläne. Dennoch sendet das massive Volumen ein fatales Signal an ohnehin verunsicherte Aktionäre.

Rekordzahlen verpuffen

Dabei laufen die Geschäfte eigentlich auf Hochtouren. Im ersten Quartal kletterte der Umsatz um 22 Prozent auf 371 Millionen Dollar. Der Auftragsbestand erreichte einen Rekordwert von zwei Milliarden Dollar.

Um die gewaltige Nachfrage nach Raketen und Drohnen zu bedienen, baut Kratos die Produktion massiv aus. CEO Eric DeMarco kündigte an, die Fertigung der Spartan-Triebwerke auf tausende Einheiten pro Jahr hochzufahren. Das Unternehmen gewinnt laut DeMarco aktuell die Mehrheit der neuen Triebwerksaufträge.

Technisch überverkauft

Auf dem Chart spiegelt sich die fundamentale Stärke nicht wider. Mit einem RSI-Wert von 31,9 nähert sich die Aktie dem überverkauften Bereich. Der Kurs notiert rund 40 Prozent unter der 200-Tage-Linie.

Trotz der prallen Auftragsbücher bleibt der Markt skeptisch. Ein negativer Cashflow und hohe Außenstände belasten die Bilanz. Wenn Kratos im Spätsommer die nächsten Quartalszahlen vorlegt, muss das Management zwingend Fortschritte beim Kapitalfluss präsentieren. Andernfalls droht bei anhaltenden Wachstumsinvestitionen eine schmerzhafte Verwässerung der Aktien.

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