Kratos Defense Aktie: 60 Prozent Absturz seit Rekordhoch
Trotz eines Kurseinbruchs von 60 Prozent meldet Kratos Defense Rekordaufträge und hebt die Jahresprognose an.

- Kursverlust von über 60 Prozent seit Januar
- Umsatzplus von 22 Prozent im ersten Quartal
- Auftragsbestand erreicht zwei Milliarden Dollar
- Analysten sehen Kurspotenzial von über 90 Dollar
Ein Waffenstillstand beruhigt die Weltpolitik. Für Rüstungsinvestoren bedeutet er oft das Gegenteil. Bei Kratos Defense prallen aktuell zwei Welten aufeinander. Politische Entspannung drückt den Kurs massiv nach unten. Parallel dazu meldet der Drohnenhersteller volle Auftragsbücher und hebt die Prognosen an.
Der Preis des Friedens
Washington und Teheran haben sich auf eine 60-tägige Waffenruhe geeinigt. Der Markt reagierte sofort. Kratos verlor allein am Tag der Ankündigung über vier Prozent an Wert. Seit dem Rekordhoch im Januar bei 114 Euro stürzte das Papier um rund 60 Prozent ab.
Aktuell notiert der Titel bei 45,63 Euro. Damit liegt der Kurs weit unter der wichtigen 200-Tage-Linie. Ein leichtes Tagesplus ändert wenig am übergeordneten Abwärtstrend. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf gut 32 Prozent.
Rekordzahlen trotz Ausverkauf
Operativ läuft es für das Unternehmen hervorragend. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um gut 22 Prozent auf 371 Millionen US-Dollar. Der Gewinn je Aktie übertraf die Erwartungen der Analysten. Das Management hob daraufhin die Jahresziele für Umsatz und operativen Gewinn an.
Die Auftragsbücher sind prall gefüllt. Kratos sitzt auf einem Rekordbestand von rund zwei Milliarden Dollar. Die Pipeline für neue Projekte umfasst sogar mehr als 14 Milliarden Dollar. Große Verträge mit der US Space Force und dem Marine Corps stützen das Geschäft.
Teure Expansion und Insider-Verkäufe
Kratos will die Produktion seiner Valkyrie-Drohnen bis Ende 2027 massiv ausbauen. Dafür rüstet der Konzern Lieferketten und Fabriken auf. Die Folge: ein negativer Cashflow. Das Management rechnet in diesem Jahr mit einem Mittelabfluss von bis zu 105 Millionen Dollar.
Zusätzliche Unruhe brachten jüngste Aktiengeschäfte des Managements. Insider verkauften in den vergangenen zwölf Monaten Papiere im Wert von über 31 Millionen Dollar. Im Juni trennten sich zwei Top-Manager von größeren Aktienpaketen. Marktbeobachter werten dies jedoch als normale Umschichtungen.
Wall Street bleibt optimistisch
Trotz der Kursverluste halten viele Experten an der Aktie fest. JP Morgan stufte Kratos kürzlich auf „Overweight“ hoch. Die Bank sieht das Kursziel bei 82 Dollar. Im Schnitt trauen Analysten dem Papier sogar einen Anstieg auf über 90 Dollar zu.
Die Diskrepanz zwischen operativem Erfolg und schwachem Aktienkurs prägt das aktuelle Bild. Zwei konkrete Entwicklungen entscheiden nun über den weiteren Trend. Ein Scheitern des 60-Tage-Deals mit dem Iran würde Rüstungswerte schnell wieder antreiben. Alternativ spült der neue US-Verteidigungshaushalt für 2027 die erhofften Milliarden in die Drohnenprogramme.
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