Kriegt Osram doch noch die Kurve?

Noch im vergangenen Jahr musste der Leuchtmittelhersteller Osram Einbußen von 15% im Lampengeschäft verzeichnen. Bereits zuvor unterzog sich der Konzern einem harten Sparprogramm und baute mehr als 8.000 Arbeitsplätze ab.

 

© Osram
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Die Konsequenz ist allen bekannt, Osram will das Lampengeschäft gänzlich vom Konzern abspalten. Dieser Bereich, welcher ca. 40% zum Gesamtumsatz beiträgt, soll bis zum Frühjahr 2016 rechtlich verselbständigt werden.

Das künftige Augenmerk will man vielmehr nun auf spezielle Produkte wie beispielsweise Auto- und Spezialbeleuchtung und optische Halbleiter legen.

 

Harter Kurs zeigt bei Osram Wirkung

Das 3. Quartal des laufenden Geschäftsjahres war geprägt von einer Umsatz- und Gewinnsteigerung. Dabei kletterten die Umsätze um 12,4% auf 1,35 Mrd. Euro, was im Rahmen der Analystenerwartungen lag.

Positiv zu diesem Ergebnis trug neben dem schwachen Euro auch die Übernahme von Clay Paky bei, welche auf Entertainment-Beleuchtungen spezialisiert sind.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg um gut 25% auf 129 Mio. Euro. Analysten gingen im Vorfeld von 125 Mio. Euro aus. Die bereinigte EBITA-Marge lag bei 9,5% nach 8,6% im Vorjahreszeitraum.

Besonders das Geschäft mit Spezialbeleuchtungen wirkte positiv auf das Ergebnis. Hier erreichte die bereinigte operative Marge 14,1%. Neben einer Umsatzsteigerung im asiatischen Raum punktete auch die Sparte der optischen Halbleiter-Komponenten mit einem starken Ergebnis.

Schlussendlich standen unter dem Strich 63,8 Mio. Euro und damit 44% mehr als im Vergleichsquartal des Vorjahres.

 

Prognose auf altem Niveau

Für den Rest des Geschäftsjahres erwartet Osram eine EBITA-Marge von 9% nach 8,7% im Vorjahr. Der Umsatz wird auf dem Niveau des Vorjahres erwartet. Deutlich zurückgehen soll dagegen der Nettogewinn und auch die Kapitalrendite aufgrund hoher Restrukturierungskosten.

 

Schafft die Aktie die Wende?

Mit der Gewinnwarnung des US-Konkurrenten Cree geriet auch die Aktie von Osram Ende Juni weiter unter Druck und musste Federn lassen. Insgesamt ging es bis auf 41,21 Euro abwärts.

Von diesem Tiefpunkt konnten sich die Papiere zwischenzeitlich jedoch deutlich lösen. Aktuell ging es heute um 0,56% auf 49,19 Euro aufwärts. Damit nähert sich die Aktie dem Widerstand bei 50,00 Euro. Würde dieser durchbrochen, wäre ein Angriff auf das Jahreshoch bei 52,74 Euro nicht mehr unmöglich.

150729 Osram

Osram musste in der Vergangenheit mit vielen Baustellen kämpfen, aber die Zahlen belegen, dass man sich in kleinen Schritten wieder nach oben arbeitet. Die Empfehlungen der Analysten könnten dagegen nicht unterschiedlicher sein.

Diese reichen von „Kaufen“ (Commerzbank mit Kursziel bei 60,00 Euro) über „Halten“ (Baader Wertpapierhandelsbank mit Kursziel bei 47,00 Euro) bis hin zu „Verkaufen“ (Hauck & Aufhäuser mit Kursziel bei 38,00 Euro). Die Experten von Hauck & Aufhäuser bemängeln, dass die Aktie zu teuer ist, während die beiden Erstgenannten die Profitabilität, das über den Erwartungen liegende EBITA und den sehr hohen Zufluss an Barmitteln positiv bewerteten.

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