Krones Aktie: Die sieben Milliarden sind vom Tisch
Höhere Profitabilität trifft auf stagnierende Erlöse; Krones reduziert die Umsatzziele für 2026 und 2028.

- Neunmonatsumsatz auf Vorjahresniveau
- EBITDA steigt um 5,2 Prozent
- 2026-Prognose auf ein bis zwei Prozent Wachstum gesenkt
- Umsatzziel 2028 auf sechs bis 6,2 Milliarden Euro reduziert
Krones verdient mehr, verkauft aber nicht mehr. Der Maschinen- und Anlagenbauer senkt seine Wachstumsziele spürbar, obwohl die Profitabilität steigt. Die Prognose für 2026 hatte das Unternehmen bereits am 22. Oktober gekappt, nun liegen die vollständigen Neunmonatszahlen vor.
Umsatz stagniert, Marge legt zu
Der Umsatz der ersten neun Monate lag mit 4,10 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Währungsbereinigt wuchs er um 0,8 Prozent. Als Gründe nennt Krones höhere Betriebskosten bei den Kunden, ausgelöst durch das geopolitische Umfeld und die wirtschaftliche Unsicherheit. Das bremst laut Unternehmen vor allem das vierte Quartal.
Die Ertragslage fällt besser aus. Das EBITDA stieg um 5,2 Prozent auf 453,1 Millionen Euro, die Marge erreichte 11,1 Prozent nach 10,5 Prozent im Vorjahr.
Darin steckt allerdings ein Einmaleffekt von rund zehn Millionen Euro aus Rückerstattungen von US-Zöllen. Ohne ihn lag die Marge bei 10,8 Prozent. Der Nettogewinn kletterte auf 219,5 Millionen Euro, je Aktie waren das 6,94 Euro nach 6,75 Euro.
Auftragsbestand wächst, Kasse schwächelt
Die Nachfrage bezeichnet Krones als „insgesamt robust“. Der Auftragsbestand summierte sich Ende September auf 4,31 Milliarden Euro, drei Prozent mehr als zum Jahresende 2025. Ein Teil davon wird allerdings erst Ende 2027 oder später umsatzwirksam.
Beim Cashflow zeigt sich ein gemischtes Bild. Vor Zukäufen stand in den neun Monaten ein Mittelabfluss von fünf Millionen Euro, nach einem Zufluss im Vorjahr. Das Unternehmen führt das auf deutlich höhere Investitionen zurück. Im dritten Quartal drehte der freie Cashflow immerhin wieder ins Plus. Die Nettoliquidität stieg auf 410,2 Millionen Euro.
Ziele für 2026 und 2028
Die währungsbereinigte Umsatzprognose für 2026 beträgt nun ein bis zwei Prozent Wachstum, zuvor waren drei bis fünf Prozent angepeilt. Die Margenspanne von 10,7 bis 11,1 Prozent bleibt bestehen, ebenso die Renditeerwartung auf das eingesetzte Kapital von 19 bis 20 Prozent. Nach neun Monaten lag diese Kennzahl mit 17,6 Prozent noch darunter.
Stärker trifft es das Mittelfristziel. Für 2028 peilt Krones nur noch sechs bis 6,2 Milliarden Euro Umsatz an, statt bisher rund sieben Milliarden. Die Margenspanne wird auf 11 bis 12 Prozent eingeengt, zuvor galten 11 bis 13 Prozent. Das Renditeziel von über 20 Prozent bleibt unangetastet.
Die Botschaft des Managements ist damit klar: Ertrag vor Wachstum. Ob die Marge die schwächere Umsatzbasis trägt, zeigt sich spätestens mit den Jahreszahlen, die Krones im kommenden Jahr vorlegt.
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