Krones Aktie: Neuer Chef räumt auf
Schwache Märkte bremsen Krones: Die Prognose für 2026 und die Umsatz- sowie Margenziele für 2028 fallen niedriger aus.

- Umsatzplus 2026 nur noch ein bis zwei Prozent
- Umsatzziel 2028 auf 6,0 bis 6,2 Milliarden Euro gesenkt
- Mittelfristige EBITDA-Marge nun bei 11 bis 12 Prozent
- Aktie fiel zeitweise auf 105 Euro
Thomas Ricker, seit Juni Vorstandschef bei Krones, setzt den Rotstift an. Der Getränkeabfüllanlagen-Hersteller senkt nicht nur die Umsatzprognose für 2026, sondern kappt auch die Mittelfristziele für Erlös und Marge. Die Aktie gab zeitweise fast neun Prozent nach, erholte sich aber bis zum Nachmittag deutlich.
Was der Konzern ändert
Für 2026 erwartet Krones nur noch ein währungsbereinigtes Umsatzplus von einem bis zwei Prozent. Bisher standen drei bis fünf Prozent im Plan. Als Gründe nennt das Unternehmen ungünstige Entwicklungen in relevanten Absatzmärkten, gesamtwirtschaftliche Unsicherheit und geopolitische Spannungen. Sie hätten die Kosten der Kunden erhöht und dürften das Geschäft im Schlussquartal bremsen.
Stärker wiegt der Einschnitt beim Blick nach vorn. Für 2028 peilt das Management jetzt 6,0 bis 6,2 Milliarden Euro Umsatz an, zuvor waren es rund 7 Milliarden.
Die mittelfristige Ebitda-Marge soll bei 11 bis 12 Prozent liegen statt bei 11 bis 13 Prozent. Das Renditeziel beim eingesetzten Kapital von über 20 Prozent bleibt bestehen.
Unverändert bleibt dagegen die Marge für das laufende Jahr: Die Ebitda-Marge soll weiter 10,7 bis 11,1 Prozent erreichen.
Neun Monate im Rückspiegel
Die vorläufigen Zahlen erklären die Vorsicht. In den ersten neun Monaten setzte Krones gut 4,1 Milliarden Euro um, währungsbereinigt nur 0,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Ebitda legte um rund 5 Prozent auf etwa 453 Millionen Euro zu.
Dabei halfen auch Sonderfaktoren. Rund 10 Millionen Euro stammen aus der Rückerstattung von US-Zöllen, die der Oberste Gerichtshof der USA im Sommer für unrechtmäßig erklärt hatte. Ohne diesen Effekt lag die Marge bei 10,8 Prozent.
Börse reagiert, Analyst zustimmend
Das Papier fiel im MDAX bis auf 105 Euro, das niedrigste Niveau seit Mitte Oktober. Am Nachmittag stand noch ein Minus von rund 3,7 Prozent auf 110,80 Euro zu Buche. Seit Jahresbeginn hat die Aktie damit fast ein Fünftel eingebüßt.
Bernstein-Analyst Benjamin Thielmann hält die Korrektur für richtig. Sie zeige, wie stark die Investitionsentscheidungen der Kunden unter Druck stehen. Seiner Einschätzung nach dürften sich die durchschnittlichen Markterwartungen nun seinen niedrigeren Prognosen annähern.
Die endgültigen Zahlen für das dritte Quartal will Krones wie geplant am 6. November vorlegen. Dann findet auch die Telefonkonferenz statt.
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