K+S Aktie: EBITDA-Prognose auf 680–760 Millionen erhöht
K+S erhöht die Jahresprognose für das operative Ergebnis auf bis zu 760 Millionen Euro. Analysten bewerten die Entwicklung unterschiedlich, während der Konzern seine Expansionspläne vorantreibt.

- EBITDA-Prognose auf 760 Millionen Euro angehoben
- Starke Kalinachfrage im zweiten Quartal
- Analysten uneins über Aktienperspektiven
- Rossmann erhöht Anteil an K+S
Der Düngemittelhersteller K+S blickt optimistischer auf das laufende Geschäftsjahr. Nach einer starken Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal hat das Unternehmen seine Prognose für das operative Ergebnis (EBITDA) angehoben. Der Konzern erwartet nun für 2026 ein EBITDA zwischen 680 und 760 Millionen Euro. Zuvor lag der Korridor für das operative Ergebnis noch bei 630 bis 730 Millionen Euro.
Höhere Absatzmengen treiben das operative Ergebnis
Konzernchef Meyer begründete den neuen Optimismus vor allem mit einer hohen Nachfrage nach Kali im abgelaufenen zweiten Quartal. Zudem wirkte sich eine positive Preisentwicklung günstig auf die Bilanz aus. Medienberichten zufolge übertraf das bereinigte operative Ergebnis im zweiten Quartal die durchschnittlichen Erwartungen des Marktes um rund 20 Prozent.
Trotz der angehobenen Jahresziele notierte die Aktie gestern im späten Handel bei 16,00 Euro, was einem Tagesminus von 1,5 Prozent entsprach. Dennoch weist das Papier seit Jahresbeginn eine positive Entwicklung von 28 Prozent auf. Derzeit trennt den Kurs ein Abstand von 14 Prozent vom 52-Wochen-Hoch, das am 13. März bei 18,65 Euro markiert wurde.
Analysten bewerten die Perspektiven unterschiedlich
Die Reaktionen aus den Analysehäusern auf die neuen Zahlen und die angepasste Prognose fielen gemischt aus. Die Analysten von JPMorgan bestätigten ihr Rating mit „Neutral“ und einem Kursziel von 13,70 Euro. Sie merkten an, dass die angehobene Guidance lediglich dem bereits bestehenden Marktkonsens entspreche. Zudem unterstelle die Planung des Konzerns für das zweite Halbjahr eine vorsichtigere Entwicklung.
Die Deutsche Bank und Jefferies blieben noch skeptischer und bestätigten ihre Verkaufsempfehlungen mit einem Kursziel von jeweils 10,50 Euro. Laut Jefferies liefert die Anpassung der Prognose keinen neuen Impuls für die Bewertung der Aktie.
Dagegen hatte BNP Paribas das Papier Ende Juli von „Underperform“ auf „Outperform“ hochgestuft und ein Kursziel von 19,00 Euro ausgegeben. Als Gründe wurden verbesserte Fundamentaldaten im Agrarsektor sowie höhere Preisschätzungen für Düngemittel angeführt.
Strategischer Einstieg und Expansionspläne
Flankiert wird die operative Entwicklung durch Veränderungen in der Aktionärsstruktur. Ende Juli wurde bekannt, dass die Rossmann Beteiligungs GmbH ihre Schwelle von 10 Prozent der Stimmrechte überschritten hat.
Laut einer entsprechenden Stimmrechtsmitteilung dient die Investition der Erzielung von Handelsgewinnen. Rossmann gab an, künftig weitere Stimmrechte erwerben zu wollen, plane jedoch keine Einflussnahme auf die Verwaltung oder Leitung des Kasseler Unternehmens.
Parallel treibt K+S seine Wachstumsstrategie voran. Im Juni platzierte der Konzern eine Wandelanleihe über 320 Millionen Euro. Diese Mittel dienen zur Finanzierung der Übernahme von zwei Salzstandorten des polnischen Chemieunternehmens Qemetica in Sachsen-Anhalt und Polen.
Für diese Akquisition hat K+S ein Volumen zwischen 350 und 380 Millionen Euro veranschlagt. Der Abschluss dieser Übernahme ist für das erste Quartal 2027 geplant. Anleger blicken nun auf den 10. November, wenn der Konzern seine Quartalsmitteilung für das dritte Jahresviertel vorlegen wird.
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