K+S Aktie: Zwei Windräder liefern direkt ins Werk

Ein eigener Anschluss bringt Windstrom ins Werk und umgeht öffentliche Netzentgelte; finanzielle Auswirkungen sind bislang nicht beziffert.

Die Kernpunkte:
  • Zwei Windräder liefern Strom direkt
  • Eigene Leitung umgeht öffentliche Netzentgelte
  • Windstrom versorgt mehrere Produktionsbereiche
  • Finanzielle Folgen bleiben bislang unbeziffert

Zwei Windräder, eine eigene Leitung, kein öffentliches Netz: Das Verbundwerk Werra von K+S bezieht seit Kurzem Strom direkt aus dem nahegelegenen Windpark Heringen-Philippsthal. Das Modell zählt nach Angaben der beteiligten Partner zu den ersten seiner Art in Deutschland.

So funktioniert die Direktlieferung

Der Windpark im hessischen Landkreis Hersfeld-Rotenburg besteht aus zwei Nordex-Anlagen vom Typ N149 und kommt auf 11,4 Megawatt Leistung. Die Anlagen gingen im Dezember 2023 in Betrieb. Energiekontor entwickelte den Park und verkaufte ihn 2022 an die Hamburger MPC Oceanic Group, die als Eigentümer und Asset Manager fungiert. Energiekontor führt den Betrieb technisch und kaufmännisch.

Der Windstrom fließt nun über eine direkte Verbindung ins Werksnetz. Genutzt wird er unter anderem für die Produktion von Kalium- und Magnesiumdüngemitteln, Pharmasalz und Industriesalz. Weil die Leitung am öffentlichen Netz vorbeiführt, entfallen die dort üblichen Netzentgelte. Zudem lässt sich der Strom bedarfsgerecht am Standort verbrauchen.

Vertragsmodell mit Pioniercharakter

Juristisch steckt dahinter ein sogenanntes Direct-Wire-PPA, ein langfristiger Stromliefervertrag über eine eigene Leitung. Etablierte Vertragsmodelle gibt es dafür bislang kaum. Entsprechend aufwendig waren die technischen, vertraglichen und regulatorischen Abstimmungen. Energiekontor vermittelte die Lieferung, MPC strukturierte den Vertrag und setzte die Anbindung vertraglich um.

Energiekontor-Chef Peter Szabo sieht in dem Projekt einen Beleg dafür, dass Direktliefermodelle unter passenden Voraussetzungen realisierbar sind und für Erzeuger wie Abnehmer langfristig attraktiv sein können.

Einordnung für K+S

Für K+S ist die Lieferung vor allem ein Baustein bei Dekarbonisierung und Energiekosten, auch wenn die Leistung von 11,4 Megawatt im Verhältnis zum Bedarf eines Verbundwerks überschaubar wirkt. Zu Vertragslaufzeit, Preisen oder dem Anteil am Strombedarf des Werks liegen keine Angaben vor.

Finanzielle Effekte auf das Konzernergebnis lassen sich daher bislang nicht beziffern. Als Blaupause für weitere Standorte könnte das Modell dennoch taugen, sofern die Partner die Konstruktion erfolgreich im Regelbetrieb bestätigen.

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