K+S: Auf verlorenem Posten? Wie viel Potenzial hätte die Aktie noch bei einer Übernahme?

Die kanadische Potash lässt nicht locker. Der Kaliproduzent aus Nordamerika hat seine Offerte an den deutschen Kali- und Streusalzproduzenten K+S erneuert, alle ausstehenden Aktien für 41 Euro je Anteilsschien zu übernehmen. Und der deutsche Konzern hat, wie auch zu erwarten war, erneut dankend abgelehnt.

 

© K+S
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Dennoch wird die Phantasie der Investoren beflügelt. Schließlich notiert die Aktie von K-S seit Tagen nur im Bereich um die 36 bis 37 Euro herum. Was natürlich schon allein die gebotenen 41 Euro je Aktie nicht ausreichend reflektiert. Doch bleiben nach wie vor zwei Fragen im Raum stehen:

 

K+S hat kaum Abwehrmöglichkeiten

Wie sehr will Potash K+S? Und: Wie viel Widerstand kann K+S leisten? Letzteres ist wohl am einfachsten zu beantworten. Schließlich befinden sich faktisch 100% der Aktien in Streubesitz. Darunter sind zwar einige institutionelle Investoren, die einige Prozent zusammen halten. Doch eine echte Abwehr könnten auch sie nicht organisieren.

Kein Wunder, dass K+S einerseits versucht, Rückhalt bei den eigenen Aktionären zu finden. Dazu hatte der Konzern, wie berichtet, eine Umfrage gestartet, deren Ergebnisse aber immer noch veröffentlicht wurden. Zeitprobleme oder gibt es etwas, was nicht in die bisher kommunizierte Abwehrstrategie passt?

Andererseits hat K+S auch versucht, die Politik auf seine Seite zu ziehen. Zumal man in den betroffenen Bundesländern damit argumentierte, dass im Übernahmefall Arbeitsplätze wegfallen dürften.

 

Die zur Hilfe gerufene Politik wird nichts reißen

Die Landespolitiker haben pflichtgemäß ihre Solidarität bekundet, was allerdings ohne Folgen bleiben würde. Denn weder haben sie ein Vetorecht (das hätte nur der Bundeswirtschaftsminister), andererseits wären kaum ausreichende Gründe für ein Untersagen der Übernahme zusammenzutragen.

Ergo: Eigentlich steht K+S auf mehr oder weniger verlorenem Posten und kann sich nur noch durch das Nein des Vorstandes derzeit über die Zeit retten.

 

Potash setzt auf Zermürbungstaktik

Das weiß auch Potash. Deshalb sind die Kanadier auch nicht gewillt, nachzulegen, egal, ob K+S vorrechnet, dass die Anteile viel mehr wert wären. So etwas kann man gut und gern Zermürbungstaktik nennen. Wobei wir nicht einmal ausschließen, das Potash hinter den Kulissen schon fleißig dabei ist, Aktienpakete auf die eine oder andere Weise zu sammeln oder sicherzustellen.

Bei den aktuellen Kursen wäre es zumindest mehr als sinnvoll, da dadurch insgesamt der Kaufpreis sinken könnte oder man bei einem späteren Pflichtangebot noch Spielraum nach oben hätte.

 

K+S Aktie hat vielleicht noch 20% Potenzial

Für das weitere Geschehen würde das aber so oder den Spielraum für die Aktie von K+S einengen. Denn die von den Deutschen ins Spiel gebrachten mindestens 51 Euro wird Potash sehr wahrscheinlich nicht anbieten, selbst nicht beim möglichen dritten oder vierten Anlauf.

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Wer bereits drin ist, kann seine Spekulation auf einen höheren Abfindungskurs aber gut und gerne weiterführen. Denn unsere Prognose lautet: Am Ende wird K+S für 43 bis 45 Euro an Potash gehen. Für Neueinsteiger wäre das zwar nicht mehr das große Los, aber immer noch mögliche 20%.

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