K+S: Bringen die Potash-Zahlen eine neue Rallye?

Heute am frühen Nachmittag soll der kanadische Kaliproduzent Potash seinen Geschäftszahlen für das abgelaufene zweite Quartal vorlegen. Die Zahlen werden aber nicht nur für die Kanadier selbst von Bedeutung sein, sondern dürften auch Einfluss auf die Kursentwicklung der Konkurrenz haben. Dabei steht besonders K+S im Fokus des Marktes, da Potash hier weiterhin eine Übernahme anstrebt.

 

© K+S
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Aktive Anleger erinnern sich sicherlich noch an das Geschehen vor einem Jahr. Fast auf den Tag genau präsentierte Potash seine Zahlen und sorgte damit auch für einen Kurssprung beim Wettbewerber K+S. Denn Potash hatte damals trotz der angespannten Marktlage – ausgelöst durch den Bruch des Kalikartells zwischen Russland und Weißrussland Ende 2013 – besser abgeschnitten als erwartet. Zwar mit Gewinn- und Umsatzrückgängen, aber eben nicht so stark wie befürchtet.

 

Wiederholt sich das Geschehen vom Vorjahr?

Für K+S bedeutete das damals kurz nach der Bekanntgabe ein Kurssprung um rund 2%. Das schaute nach nicht viel aus, war aber letztlich auch eine Art Vorbote für eine wesentlich erfreulichere Entwicklung, da ab Oktober die K+S-Aktie anzog und innerhalb von 5 Monaten mehr als 60’% zulegen konnte.

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Also stellt sich die Frage, was nun passieren kann? Potash selbst könnte heute erneut eine positive Überraschung liefern. Wobei durchaus klar ist, dass sich das Unternehmen weiterhin in einem schwierigen Umfeld bewegt. So ist Potash nicht nur im Kalimarkt aktiv, sondern produziert und verkauft auch Nitrate und Phosphate.

Dabei stellt sich aktuell der Nitrat-Markt eher weiterhin schwierig dar, was zu weiteren Umsatzrückgängen führen könnte. Im Phosphatmarkt rechnet Potash dagegen in diesem Jahr mit grundsätzlichen Verbesserungen, auch wenn das Produktionsvolumen aufgrund einer Minenschließung wohl unter den Vorjahreswerten liegen dürfte.

 

Kalimarkt könnte sich weiter bessern

Bleibt der Kalimarkt. Hier rechnet Potash im Jahresverlauf mit weiteren Nachfragesteigerungen und Chancen in Schlüsselmärkten. So wurde auch die Firmenprognose bestätigt, die von einem Verkaufsvolumen zwischen 9,2 und 9,7 Mio. Tonnen und einem Bruttoertrag von 1,5 bis 1,8 Mrd. Dollar in diesem Jahr ausgeht.

Allerdings dürfte aufgrund von schwächeren Ergebnissen im 1. Quartal das Gesamtergebnis im Jahr etwas leiden. Aktuell lag die Prognose für das 2. Quartal bei einem Gewinn je Aktie zwischen 45 und 55 Cents je Aktie. Schafft Potash hier ein Ergebnis am oberen Rand oder sogar ein Überbieten, dürfte nicht nur die Potash-Aktie die Chance auf einen Rebound bekommen. Vielmehr würden die Spekulationen um die weiteren Pläne hinsichtlich der Übernahme von K+S wieder neue Nahrung bekommen.

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K+S zieht im Abwehrkampf alle Register

K+S selbst mobilisiert ja bekanntlich derzeit alle Kräfte, um das Angebot doch noch abzuwehren. So hat man wegen angeblicher Gefährdung von Arbeitsplätzen die Politik zur Hilfe gerufen. Der K+S-Plan dabei: Die staatliche KfW könnte Aktien kaufen und damit eine Sperrminorität aufbauen. Doch zeigen sich Bundesfinanz- und Wirtschaftsministerium skeptisch, da es kein übergeordnetes Interesse gäbe, eine Übernahme zu verhindern.

So baut K+S aktuell besonders auf die Streubesitz-Aktionäre, die letztlich den Schlüssel über Erfolg und Misserfolg der Offerte in der Hand haben. Denn K+S ist faktisch zu 100% in Streubesitz und hängt damit klar von der Entscheidung der Anteilseigner ab, ob diese die Potash-Offerte für ausreichend hoch halten oder weiter dem Management die Treue halten.

 

Aktionäre von K+S haben die Entscheidung in der Hand

Dazu hatte K+S sogar einen Fragebogen verschickt, der nachhaken sollte, ob die Aktionäre sich ausreichend informiert fühlen, die Ablehnung der Offerte mittragen oder ein - noch nicht vorliegendes - offizielles Übernahmeangebot annehmen würden.

Da die Umfrageergebnisse noch nicht vorliegen (Abgabe der Fragebögen ist heute), dürfte es in den nächsten Tagen nochmals besonders spannend werden, da wohl das Stimmungsbild dazu beitragen dürfte, welche weitere Strategie K+S verfolgen wird. Für die Aktie ergibt sich daraus sowohl ein Abwärtsrisiko als auch eine Aufwärtschance.

 

Wo liegen die Chancen und Risiken für die K+S-Aktie?

Denn wenn sich eine starke Mehrheit zeigt, die gegen eine Übernahme ist, dürfte der K+S-Kurs wohl deutlich rückläufig werden. Ziel dabei bleiben die schon angesprochenen 32 Euro. Bei einem Votum pro Übernahme würde mindestens die aktuelle Lücke bis zum inoffiziellen Angebot von 41 Euro geschlossen werden.

Fazit: Es bleibt ein Pokerspiel, wobei wir der Meinung sind, dass, je länger die Angelegenheit dauert, umso unwahrscheinlicher könnte ein tatsächliches Angebot werden. Und das hieße in der Konsequenz fallende Kurse bei K+S.

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