K+S: Jetzt wird es konkret

Der Kaliproduzent K+S steht derzeit unter einer besonderen Beobachtung der Marktteilnehmer. Die kanadische Potash ist nach wie vor an einer Übernahme interessiert. Derzeit liegt das aktuelle Gebot bei 41,00 Euro je Aktie und laut Medienberichten einer fünfjährigen Garantie für Standorte und Beschäftigte.

 

© K+S
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Diese Garantie soll jedoch mit erheblichen Einschränkungen verbunden sein. Außerdem könne man diese Zusagen nicht einklagen, da jegliche Regelungen hinsichtlich möglicher Streitfälle und genaue Angaben über die Gerichtsbarkeit fehlen.

Der Vorstand von K+S lehnt die Übernahme weiterhin kategorisch ab mit der Begründung, dass der gebotene Preis nicht annähernd dem fundamentalen Wert des Unternehmens entspricht. Zudem beruft sich K+S auf die Umfrageergebnisse aus einer jüngst durchgeführten Aktionärsbefragung.

 

Quartal mit deutlichem Gewinn

Allen Unkenrufen zum Trotz konnte K+S das vergangene Quartal mit sehr guten Ergebnissen abschließen. Die Erlöse stiegen um 16% auf 914 Mio. Euro. Das EBIT erreichte ein Plus von 14% und damit 179 Mio. Euro. Damit verdiente K+S unter dem Strich 119 Mio. Euro, was einer Steigerung von 46% gegenüber dem Vorjahr entspricht. K+S profitierte von dem schwachen Euro ebenso wie von den gestiegenen Preisen für Auftausalz in Nordamerika.

Bezogen auf das 1. Halbjahr stieg der Umsatz um 16% auf 2,3 Mrd. Euro. Das EBIT erreichte mit einem Plus von fast 32% 496 Mio. Euro und lag damit über den Erwartungen der Analysten. Damit lag der Gewinn bei 317 Mio. Euro und damit gut 42% über dem des Vorjahreszeitraumes.

 

Prognose von K+S konkretisiert

Die im Raum stehende Übernahme bedeutet für K+S jedoch auch, dass hierdurch erhöhte Aufwendungen entstehen können. Diese wurden im Vorfeld bereits geschätzt und führten nun dazu, dass der Vorstand die Jahresziele entsprechend präzisieren musste.

Für das gesamte Geschäftsjahr werden nun Erlöse von 4,35 bis 4,55 Mrd. Euro erwartet. Das EBIT soll zwischen 780 bis 860 Mio. Euro liegen. Im Vorjahr erzielte der Konzern Erlöse von 3,82 Mrd. Euro und ein EBIT von 641,3 Mio. Euro.

Bisher ging der Vorstand von einem deutlich höheren operativen Ergebnis und einem ebenso deutlichen Anstieg der Erlöse aus. Betrachtet man die jetzige Prognose, würde das Erreichen dieser Ziele dieser Maßgabe immer noch entsprechen.

 

Aktie am Rand der Unterstützung

Der Chartverlauf spricht bei K+S für sich. Der deutliche Anstieg von Ende Juni resultierte aus der Übernahmephantasie. In der Folge kam es wieder zu mehr oder weniger deutlichen Abschlägen, dennoch notiert die Aktie auf einem immer noch recht hohen Niveau.

150813 K+S

Der gestrige Börsentag endete jedoch mit Verlusten von mehr als 2%. Da brachten auch erneute Kaufempfehlungen von Analystenseite keine entsprechende Unterstützung. Mit aktuell 35,99 Euro liegt die Aktie knapp unterhalb der wichtigen Unterstützung bei 36,00 Euro. Die Zahlen waren gut und auch die Prognose stellt keine Enttäuschung dar, was sich heute positiv auf den Kursverlauf auswirken sollte. Zumal:

Die Übernahme steht weiter im Raum. Potash wird hier auf Zeit spielen und wir gehen davon aus, dass früher oder später K+S in die Hände der Kanadier fällt. Wie schon in früheren Berichten erwähnt, gehen wir von einem Preis von 43 bis 45 Euro aus, den Potash am Ende zahlen wird. Das wäre auch für jetzige Neueinsteiger noch ein ganz guter Gewinn.

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