K+S: Prognosen pfui, Aktie hui?

Auch wenn es die heutige Börsentendenz nicht zu erscheinen lässt: Bei K+S tut sich charttechnisch spannendes. Und das, obwohl die jüngsten Unternehmenszahlen alles andere als erfreulich ausfielen. So gilt bei kaum einem anderen Wert derzeit am deutschen Markt das Prinzip Hoffnung.

© K+S
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Die Zahlen für das dritte Quartal und die ersten neun Monate, die K+S präsentierte, fielen durch die Bank schwach aus. Im Berichtszeitraum Juli bis September verbuchte das Unternehmen einen operativen Verlust auf Ebene EBIT von 31,4 Millionen €, nachdem man im Vorjahreszeitraum noch einen Gewinn von gut 132 Millionen € verzeichnen konnte. Netto ergab sich daraus ein Verlust von 28,3 Millionen €, während der Umsatz um 23 % einbrach.

Warum es bei K+S derzeit nicht läuft

Insgesamt setzte K+S in den ersten neun Monaten des Jahres nur 2,51 Milliarden € um, ein Minus zum Vorjahreszeitraum von fast 21 %. Das EBITDA wurde auf 425 Millionen € nahezu halbiert. Gleiches galt auch für die EBIT-Marge, die nach 19,7 % im Vorjahreszeitraum nur noch 8 % betrug. Und auch beim Nettoergebnis musste K+S erhebliche Abstriche machen. Hier standen unter dem Strich nur noch 173 Millionen € statt 367 Millionen € wie im Vorjahr auf dem Zettel.

Begründungen für das schwache Abschneiden hatte K+S viele. So zum einen die verzögerte Genehmigung zur Versenkung salzhaltige Abwässer in Nordost Hessen. Das hat die Ergebnisrechnung im dritten Quartal mit 70 Millionen € belastet, was sich für das Gesamtjahr auf 200 Millionen € ausweiten dürfte. Außerdem gibt es aufgrund eines Schadens Verzögerungen und höhere Kosten bei der neuen Kalimine „Legacy“ in Kanada. So rechnet K+S damit, dass hier die Produktion im zweiten Quartal 2017 anläuft. Bisher war man vom Jahresende 2016 ausgegangen.

Überraschende Erholung

Wo finden sich also in dieser Gemengelage negativer Meldungen die positiven Ansätze? Letztlich ist es der altbekannte Mechanismus an der Börse, dass man Erwartungen und weniger Tatsachen handelt. Das spiegelt sich auch in der K+S-Aktie deutlich wider. Nachdem diese Ende September bis auf unter 16 € gefallen war, konnte sie in den vergangenen Wochen wieder deutlich zulegen und touchiert aktuell sogar schon die Marke von 20 €.

Dahinter steht die Hoffnung, dass sich die Ergebnis-Dynamik im Unternehmen nach Beseitigung der aktuellen Hindernisse wieder deutlich besser zeigt. Das gilt insbesondere für das kanadische Projekt, aber auch für die entsprechenden aktuellen Produktionsausfälle wegen der fehlenden Versenkung-Erlaubnis in Hessen.

Diese Chart-Tests müssen bestanden werden

Vor diesem Hintergrund hat es die Aktie von K+S immerhin schon geschafft, den seit einem Jahr bestehenden Abwärtstrend nach oben hin zu durchbrechen. Auch wenn vermutet werden muss, dass hier ein nochmaliger Test im Bereich von 19 € erfolgen wird, so kann darauf spekuliert werden, dass die Aktie den Schwung der letzten Wochen weiter ausbauen kann. Dabei gilt zum einen das Niveau bei 20,50 € als wichtige Widerstandsmarke, die überwunden werden muss und danach die Marke von 23 €.

Wenn es keine weiteren Hiobsbotschaften gibt, dürfte das für die Aktie zu schaffen sein. Denn die schlechten Nachrichten aus dem neuen Unternehmensbericht waren schon länger bekannt und entsprechend eingekreist.

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