K+S will nicht, legt Potash jetzt nach?

Der Kali- und Salzproduzenten K+S hat nun offiziell die Übernahmeofferte des kanadischen Wettbewerbers Potash zurückgewiesen. Als Gründe wurden zweierlei Aspekte angeführt. Einerseits würde das Angebot von 41 Euro je Aktie nicht den fundamentalen Wert der Gesellschaft widerspiegeln und deshalb nicht im Interesse der Aktionäre sein. Andererseits glaubt K+S nicht an die Zusicherung, dass die deutschen Standorte langfristig gesichert seien.

 

© K+S
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Das dürfte in Richtung der Kanadier eine klare Ansage gewesen sein. Doch wenn man genau hinschaut, reicht der Vorstand von K+S Potash durchaus die Verhandlungs-Hand. Denn K+S verweist darauf, dass bei dem Übernahmeangebot überhaupt nicht der Wert des Legacy-Projektes berücksichtigt worden sei. Dabei handelt es sich um ein großes Kaliabbau-Projekt in Kanada, das K+S in den kommenden Jahren sein Wachstum und den Zugang zum Rohstoff sicherstellen soll.

 

K+S setzt ein Minimal-Angebot

K+S beziffert in der Ablehnung des Potash-Angebots den Buchwert von Legacy auf 11 Euro je Aktie und kommt mit Blick auf zukünftige Erträge auf einen Wert von mindestens 21 Euro je Aktie. Was ein direkter Hinweis darauf ist, ab wann K+S in eine Übernahme-Verhandlung einsteigen würde. Denn nun gelten mindestens 50 Euro als Ausgangsbasis.

Nun liegt der Ball wieder im Feld der Kandier. Allerdings zweifeln viele Branchenexperten, ob Potash deutlich mit dem Angebot nach oben gehen würde. Denn Potash hat selbst einige Absatzprobleme und dürfte hier davor zurückschrecken, tiefer in die Tasche zu greifen, um nur einfach Kapazitäten aufzukaufen. Ganz abgesehen davon, dass die Standort-Zusagen bislang auf recht wackligen Beinen stehen.

 

Wie sich Anleger jetzt verhalten sollten

Dennoch: Am Markt spekuliert man weiter darauf, dass Potash sein Angebot verbessern könnte. So legt die Akte von K+S heute um über 5% zu. Damit nähert man sich auch wieder den Höchstkursen kurz nach der ersten Mitteilung über das Übernahmeangebot an. Ob jetzt noch weitere Luft nach oben ist, hängt davon ab, ob Potash den Bewertungsball von K+S aufnimmt und sein Angebot erhöht. Insofern sollten Anleger, die schon drin sind, es auch bleiben.

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Denn eins dürfte schon jetzt klar sein: War das Angebot der Kanadier ernstgemeint, ist so schnell nicht mit einem Ende der Spekulation zu rechnen. Reizen Sie dieses Thema entsprechend aus, vergessen sie aber nicht eine Absicherung, wenn sich Potash zurückzieht und der Kurs von K+S wieder redimensioniert werden dürfte.

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