KSB Aktie: Auftragsrekord bei 1 Milliarde Euro
Trotz historisch hohem Auftragseingang leidet die KSB-Aktie unter Margendruck und geopolitischen Risiken.

- Auftragseingang erreicht neuen Rekordwert
- EBIT-Marge bleibt mit 5,6 Prozent niedrig
- Aktie fällt seit Jahresbeginn um zehn Prozent
- Servicegeschäft als Hoffnungsträger für Margen
Der Pumpen- und Armaturenhersteller KSB erlebt eine kuriose Situation. Der Auftragseingang ist so hoch wie nie zuvor. Gleichzeitig hinkt die Aktie den wichtigen Trendlinien deutlich hinterher. Was läuft da schief?
Auftragsbücher sind randvoll
Die Geschäfte von KSB laufen auf Hochtouren. Im ersten Quartal 2026 kletterten die Bestellungen um 15,2 Prozent auf 1.012 Millionen Euro. Ein Großauftrag für ein Kraftwerksprojekt in Osteuropa gab den entscheidenden Schub.
Das ist der höchste Wert in der Unternehmensgeschichte.
Doch die Kehrseite zeigt sich in der Gewinnzone. Die EBIT-Marge lag nur bei 5,6 Prozent. Belastend wirkten ein ungünstigerer Produktmix und hohe Kosten für die Modernisierung der IT-Infrastruktur. Dazu kommen geopolitische Spannungen, die globale Lieferketten stören.
Das hält die Aktie unten. Der Schlusskurs lag am Mittwoch bei 858 Euro. Das sind 2,46 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn verlor das Papier 10,25 Prozent.
Ein Unternehmen, zwei Geschichten
Das Management hält an der Prognose fest. Für 2026 plant KSB ein EBIT zwischen 220 und 265 Millionen Euro. Das entspricht der Spanne, die der Konzern zu Jahresbeginn gesteckt hat.
Ein entscheidender Hebel ist das Service-Geschäft. Die Sparte KSB SupremeServ arbeitet mit höheren Margen als das Neugeschäft mit Pumpen und Armaturen. Allerdings bremsen ungünstige Währungseffekte. Falls der Euro stabil bleibt und die Logistikkosten normalisieren, könnte das die Profitabilität stützen.
Technisch zeigt sich ein gemischtes Bild. Der RSI liegt mit 51,9 Punkten im neutralen Bereich. Die Aktie hat sich vom 52-Wochen-Tief bei 770 Euro erholt, liegt aber noch 32,71 Prozent unter dem März-Hoch von 1.275 Euro.
Das Branchenumfeld bleibt robust. Weltweit fließen Milliarden in Wasserinfrastruktur und Dekarbonisierung. KSB ist als Technologieführer gut positioniert. Die hohen Auftragsbestände belegen das.
Der nächste Test: Die Halbjahreszahlen erscheinen voraussichtlich im August. Dann zeigt sich, ob die hohen Aufträge in steigende Margen münden. Das wäre der entscheidende Impuls für den Kurs.
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