KTM: Bald neuer Ausbruchsversuch der Aktie?

Der österreichische Motorradhersteller KTM Industries konnte auch im ersten Halbjahr seine bisherige Wachstumsdynamik hoch halten. Wie das Unternehmen meldete, schaffte man in den ersten sechs Monaten ein Absatzplus von 15 %. Insgesamt verkaufte man weltweit 126.800 Motorräder der Marken KTM und Husqvarna Motorcycles. Im Vorjahr hatte der Umsatz um 14 % zulegen können.

Zwar gibt es die konkreten Zahlen erst am 26. Juli. Dennoch bestätigen diese Rahmendaten die zuletzt gezeigten positiven Entwicklungen in der Aktie. Wobei natürlich zu sehen ist, dass die Ausgangslage etwas kompliziert ist. So reagierte die Börse Anfang Juni doch sehr volatil auf die Ankündigung von KTM, im Zuge einer Neuordnung seiner Beteiligungen den Komponentenhersteller Pankl Racing Systems an Pierer Industrie zu verkaufen.

Neuordnung der Beteiligungen

Pierer Industrie bzw. dessen Hauptaktionär Stefan Pierer ist gleichzeitig mit 63 % auch größter Aktionär bei KTM. Da dürften hinter den Kulissen sicherlich einige befürchtet haben, dass die vom Unternehmen vereinnahmten 130,5 Millionen Euro eher ein Freundschaftspreis gewesen sein könnten. Offiziell ist dies aber die gleiche Summe, die den Aktionären von Pankl während des öffentlichen Übernahmeangebots bis März 2018 angeboten wurde. KTM geht also faktisch mit plus/minus raus. Bei der kurzen Haltefrist ist dies allerdings auch nicht sonderlich überraschend.

Lob von Analysten

Insgesamt stößt der Deal bei Analysten durchaus auf Zustimmung. So hatte Bank Vontobel die Transaktion gelobt und erwartet davon eine deutliche Verbesserung der Finanzkennzahlen bei KTM. Im Vorfeld hatte es diesbezüglich auch einen kräftigen Aufschlag in der Akte des Motorradherstellers gegeben. Das es nach offizieller Verkündigung ein Minus gab, dürfte deshalb mehr Gewinnmitnahmen geschuldet sein. Indes:

Aktie von KTM bald charttechnisch frei?

In der Zwischenzeit konnte sich die Aktie sichtbar wieder fangen, nachdem sie zuvor sogar die 50- bzw. 100-Tage-Linie als Unterstützung bestätigt hatte. Damit rückt nun auch wieder der Bereich von 77/78 Euro in den Fokus, der aktuell als Widerstandszone fungiert. Gäbe es hier einen Durchbruch, wäre wohl nicht nur das Allzeithoch bei 82,80 Euro in greifbarer Nähe, sondern womöglich auch noch neue Höchstkurse. Damit bleibt KTM einer der spannendsten österreichischen Werte, wenngleich die Aktie in Zürich als Heimatsbörse notiert wird.

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