Kuka: Übernahmeangebot annehmen?

Die Übernahme-Spekulationen rund um den Roboter-Hersteller Kuka sind vorerst beendet. Denn wie angekündigt, hat der chinesische Haushaltsgeräte-Produzent Midea ein konkretes Übernahmeangebot vorgelegt.

© Kuka
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Insgesamt bieten die Chinesen 115 Euro, was genau das ist, was auch bislang angekündigt war. Gegenüber dem Schlusskurs vom 17. Mai, der vor den ersten Nachrichten zu dem Thema lag, entspricht das einem Aufschlag von rund 36%. Schaut man auf die Prämien, die in den letzten Monaten für andere spektakuläre Übernahmen oder –versuche geboten wurden, ist das recht mager.

Chinesen wollen bei Kuka nur aufstocken

Doch resultiert dies wohl auch aus dem Umstand, dass Midea keine vollständige Übernahme des Roboter-Spezialisten anstrebt. Bislang sind 35,1% von Kuka fest in den Händen von Voith (25,1%) und dem Milliardär Friedhelm Loh (10%). Dass diese beiden verkaufen, ist eher unwahrscheinlich. Die Chinesen selbst hatten binnen kürzester Frist ihren Anteil schon mal auf 13,5% (indirekt gehalten) aufgestockt.

Dass Midea nun relativ wenig bietet, liegt vor allem daran, dass man keine Komplett-Übernahme anstrebt. Bislang war davon die Rede, nur einen Anteil von über 20% anzustreben. Die Mindestannahmeschwelle für das aktuelle Angebot liegt bei 30%. Das dürfte Midea wohl durchaus schaffen können, zumal damit zu rechnen ist, dass die Aktie danach wieder an Boden verliert, weil durch den dann geringeren Free Float sich wohl vor allem institutionelle Anleger zurückziehen dürften.

Soll das Angebot angenommen werden?

Kuka selbst steht natürlich in Gefahr, bei einem erfolgreichen Aufstocken der Chinesen am Ende wegen fehlendem Free Float aus dem MDAX zu fliegen.

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Unser Rat: Sollten Sie in Kuka investiert sein, nehmen Sie das Übernahmeangebot ruhig erst einmal an. Andienen können Sie Ihre Aktien bis zum 15. Juli. Danach wird man weitersehen und dann kann man auch über einen möglichen Rückkauf auf dann wahrscheinlich niedrigerem Niveau diskutieren. Denn langfristig bleibt Kuka mit seinen Industrierobotern natürlich ein höchst interessantes Investment.

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