Kupfermarkt: 232er-Bericht am Dienstag entscheidend
Die US-Regierung veröffentlicht ihren 232-Bericht zu Kupferimporten. Hohe Lagerbestände und schwache Tech-Werte belasten den Preis.

- US-Zollbericht zu Kupfer erwartet
- Rekordhohe COMEX-Lagerbestände
- Anglo American und Codelco kooperieren
- Schwache chinesische Industriegewinne
Der Kupfermarkt wartet gespannt auf Dienstag. Dann legt das US-Handelsministerium den Abschlussbericht seiner 232-Untersuchung vor. Geprüft wird: Gefährden Kupferimporte die nationale Sicherheit der USA?
Die Pläne sehen vor, Steuerbefreiungen für raffiniertes Kupfer schrittweise aufzuheben. Stattdessen sollen gestaffelte Zölle kommen. Analysten von Goldman Sachs erwarten, dass US-Abnehmer noch schnell große Vorräte anlegen – um künftige Kostensteigerungen abzufedern.
Rekordbestände bremsen den Preis
Paradoxe Lage: Die COMEX-Lagerbestände sind auf über 650.000 Tonnen gestiegen – historischer Höchststand. Das Überangebot drückt auf den Preis. Gleichzeitig belasten die jüngsten Kursverluste im US-Technologiesektor. Kupfer gilt als wichtiger Rohstoff für Rechenzentren, die Schwäche der Tech-Werte strahlt ab.
Der Rohstoff kostet aktuell 6,20 US-Dollar und liegt damit 1,16 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt. Die vergangene Woche war die schwächste seit März 2026. Das 52-Wochen-Hoch von 6,72 Dollar aus Mitte Mai ist in weite Ferne gerückt.
Anglo American und Codelco legen nach
Während die Kurse kurzfristig schwächeln, treiben die Konzerne die langfristige Sicherung voran. Anglo American und der staatliche chilenische Produzent Codelco haben einen gemeinsamen Minenplan für zwei benachbarte Standorte finalisiert.
Das Ziel: Über 21 Jahre zusätzlich rund 2,7 Millionen Tonnen Kupfer fördern. Rund 120.000 Tonnen pro Jahr. Der Bruttowert des Projekts liegt bei mindestens fünf Milliarden Dollar. Start ist 2030 – vorausgesetzt, die Umweltgenehmigungen kommen.
Makro-Daten trüben das Bild
China gibt ebenfalls Rätsel auf. Die Industriegewinne des weltgrößten Kupferverbrauchers wachsen langsamer als erwartet. Das deutet auf eine schwächere Inlandsnachfrage hin. Der Fokus liegt daher auf möglichen Konjunkturhilfen aus Peking.
Hinzu kommt der US-Dollar. Mit einem Stand von 101,40 bleibt er auf einem Niveau, das Rohstoffexporte verteuert. Kein guter Mix für den Kupferpreis. Die Anleger warten ab – auf den Zollbericht am Dienstag.
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