Kupfermarkt: Grasberg-Förderung bricht um 42 Prozent ein

Kupfer zeigt sich robust, da KI-Nachfrage geopolitische Sorgen überlagert. Fallende LME-Lager deuten auf steigende Industrienachfrage hin.

Die Kernpunkte:
  • Kupferpreis festigt sich über 13.000 USD
  • LME-Bestände sinken auf 318.900 Tonnen
  • KI-Rechenzentren treiben Kupferverbrauch
  • Produktionsausfälle belasten globale Versorgung

Kupfer zeigt sich am ersten Juli-Wochenende widerstandsfähig. Der Fokus der Händler verschiebt sich spürbar. Geopolitische Spannungen treten hinter die massive Nachfrage durch Künstliche Intelligenz zurück. Wer auf den Rohstoffmarkt blickt, erkennt einen deutlichen Strukturwandel.

LME-Bestände fallen deutlich

An der London Metal Exchange (LME) festigte sich der Kupferpreis zuletzt bei 13.298,50 USD pro Tonne. Parallel dazu sanken die LME-Lagerbestände auf 318.900 Tonnen. Zu Wochenbeginn lagen sie noch bei über 333.000 Tonnen. Marktbeobachter werten diesen Abzug von physischem Material als Indikator für eine anziehende Industrienachfrage außerhalb der USA.

Dieser Trend steht im Gegensatz zu den stagnierenden Vorräten an der COMEX von rund 650.000 Tonnen. Trotz kurzfristiger Marktüberschüsse im ersten Halbjahr verdichten sich die Anzeichen für eine langfristige Verknappung. Rechenzentren für Künstliche Intelligenz benötigen enorme Mengen Kupfer. Hohe Leistungsdichten und komplexe Kühlsysteme treiben den Verbrauch massiv nach oben. Bis Ende 2026 könnte dieser Sektor zum wichtigsten Nachfragefaktor aufsteigen.

Produktion im Sinkflug

Die globale Versorgung schwächelt durch schwere Produktionsstörungen. In Indonesien brach die Förderung im Grasberg-Bergwerk um 42 Prozent ein. Chile meldete ebenfalls einen Rückgang der Produktion um 5,8 Prozent. Peru konnte seine Förderung im gleichen Zeitraum lediglich um 3,3 Prozent steigern. Diese Ausfälle belasten die globale Versorgungslage erheblich.

Händler blicken nun gespannt auf den 19. Juli. Bis dahin läuft eine Frist zur vollständigen Aufhebung von Seeblockaden zwischen Washington und Teheran. Das entsprechende Abkommen wurde am 17. Juni unterzeichnet. Neue US-Einfuhrzölle könnten die Handelsströme zwischen Asien und Nordamerika zusätzlich neu ordnen.

Chartsignale zum Wochenstart

Am Freitag schloss Kupfer bei 6,22 USD. Das entspricht einem Tagesplus von 0,79 Prozent. Damit liegt der Preis aktuell knapp unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 6,28 USD. Seit Jahresanfang verzeichnet der Rohstoff ein Plus von gut neun Prozent.

Technisch lieferte der Markt zum Wochenschluss ein wichtiges Signal. Der Preis kletterte über die 50-Tage-Linie. Solange der Kurs dieses Niveau verteidigt, bleibt das Zehn-Jahres-Hoch von über 12.000 EUR das nächste Ziel. Für die kommende Handelswoche bleibt die Diskrepanz zwischen dem kurzfristigen Überangebot von 396.000 Tonnen und der langfristigen Versorgungslücke der treibende Faktor für Volatilität. Anleger achten nun verstärkt auf die weiteren Lagerbewegungen an der LME.

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