L3Harris Aktie: Space Force vergibt Satellitenauftrag
Mehrere US-Streitkräfte und Lockheed Martin vergeben Aufträge an L3Harris, während die Aktie nahe ihrem Jahrestief notiert.

- Space Force vergibt 461,9-Millionen-Dollar-Kontrakt
- Marine Corps bestellt zusätzliche MCWS-X-Systeme
- Navy-Auftrag umfasst U-Boot-Masten und Unterstützung
- Aktie liegt knapp über dem 52-Wochen-Tief
Ein neuer Großauftrag der U.S. Space Force stärkt das Orderbuch von L3Harris. Das US-Militär vergab am Donnerstag einen Kontrakt über 461,9 Millionen $ an den Rüstungskonzern. Gegenstand der Vereinbarung ist die Bereitstellung kommerzieller Satellitenkommunikationsdienste für Flugzeuge des Typs Executive Airlift. Die Arbeiten im Rahmen dieses Projekts sollen bis zum 31. Oktober 2028 abgeschlossen sein.
Der Zuschlag reiht sich in eine Serie jüngster Auftragsgewinne für das US-Verteidigungsunternehmen ein. Das Abkommen sichert dem Konzern über die kommenden zwei Jahre feste Einnahmen im Bereich militärischer Kommunikationsnetzwerke.
Breiter Auftragseingang über mehrere Teilstreitkräfte
Neben dem Raumfahrtkommando meldeten in den vergangenen Tagen auch andere Bereiche der US-Streitkräfte neue Bestellungen bei L3Harris an. Am Montag erhielt der Standort des Unternehmens in Rochester einen Auftrag des U.S. Marine Corps über rund 96,9 Millionen $. Die Bestellung umfasst zusätzliche MCWS-X-Systeme, deren Fertigstellung bis September 2031 vorgesehen ist.
Bereits am 21. September hatte die U.S. Navy einen Auftrag über 139 Millionen $ erteilt. Diese Mittel fließen in die fortlaufende Lieferung von Masten für U-Boote der Virginia- und Columbia-Klasse sowie in die technische Unterstützung der Typen 20 und 24. Zeitgleich unterzeichneten L3Harris und die Naval Air Warfare Center Weapons Division eine mehrjährige Vereinbarung zur Fertigung von Flugkörperkomponenten, unter anderem für Tomahawk-Marschflugkörper von Raytheon.
Zudem hatte das Unternehmen am Dienstag eine Vereinbarung mit Lockheed Martin über mehr als 6 Milliarden $ über sieben Jahre zur Ausweitung der Produktion von Antriebssystemen für das THAAD-Raketenabwehrsystem bekanntgegeben.
Juristische Prüfung und verhaltener Markt
Trotz des kontinuierlichen Mittelzuflusses aus Regierungskreisen bleibt die Stimmung am Kapitalmarkt zurückhaltend. Das Analysehaus Argus stufte L3Harris am 25. September von Buy auf Hold ab.
Zusätzlich belasten Nachwirkungen auf Führungsebene das Umfeld. Am 23. September gab die Rechtsanwaltskanzlei Pomerantz LLP bekannt, mögliche Ansprüche im Namen von Investoren zu untersuchen. Anlass hierfür ist eine Bekanntgabe von L3Harris vom 17. August, die den ehemaligen CEO und Chairman Christopher Kubasik betraf.
Notierung nahe dem Jahrestief
Die jüngste Auftragsserie konnte die Notierung an der Börse bisher nicht nachhaltig beleben. Am Freitag beendete die Aktie den Handelstag mit einem Minus von 0,9 Prozent bei 210,20 Euro.
Damit notiert das Papier nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 207,10 Euro, das am 30. September markiert worden war. Seit Jahresanfang beläuft sich der Kursrückgang bei L3Harris auf 17 Prozent. Für eine dauerhafte Trendwende werden die Investoren beobachten, wie schnell sich die milliardenschweren Bestellungen in den operativen Margen niederschlagen.
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