L’Air Liquide Aktie: 160 Millionen für Arizona-Werk

Der Industriegase-Konzern baut eine Anlage für blaues Wasserstoffgas zur Versorgung eines Chip-Herstellers in Arizona.

Die Kernpunkte:
  • Neues Werk für Halbleiter-Gase
  • Fokus auf blauen Wasserstoff
  • Produktionsstart für 2028 geplant
  • Aktie mit 20,6 Prozent Plus seit Januar

Air Liquide setzt voll auf den US-Halbleiterboom. Der französische Industriegase-Spezialist investiert mehr als 160 Millionen Dollar in ein neues Werk im Bundesstaat Arizona. Damit reagiert der Konzern auf den massiven Hunger der Tech-Branche nach Infrastruktur für Künstliche Intelligenz.

Versorgung für die Chip-Fabrik

Die Anlage soll einen weltweit führenden Halbleiterhersteller direkt vor Ort mit hochreinen Gasen beliefern. Den Namen des Kunden behält Air Liquide bisher für sich. Der kommerzielle Betrieb am Standort der Fabrik soll planmäßig im Jahr 2028 beginnen.

Arizona hat sich zuletzt zu einem Magneten für die Branche entwickelt. Seit 2020 flossen dort über 210 Milliarden Dollar in Investitionen für die Chipfertigung. Ein massiver Ausbau. Mit dem neuen Projekt will das Management die US-Lieferketten für KI-Anwendungen und fortschrittliche Elektronik stärken.

Blauer Wasserstoff und Klimaschutz

Technisch setzt das Unternehmen auf Nachhaltigkeit. Die Anlage wird kohlenstoffarmen, sogenannten blauen Wasserstoff produzieren. Hierbei greift Air Liquide auf CCS-Verfahren zurück, um entstehendes CO2 abzuscheiden und für die weitere Verwendung zu reinigen.

Diese Gase sind in der modernen Chip-Produktion unverzichtbar. Sie kommen etwa bei der Bearbeitung von Wafern oder der Reinigung von Oxidschichten zum Einsatz. Die Strategie verbindet damit hohe Reinheitsvorgaben der Chip-Industrie mit dem Ziel einer dekarbonisierten Produktion.

Wachstumskurs an der Börse

An der Börse kommt der Expansionskurs gut an. Mit einem aktuellen Kurs von 175,50 Euro notiert die Aktie stabil. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus für Investoren auf stolze 20,6 Prozent. Das entspricht einer Marktkapitalisierung von rund 111 Milliarden Euro.

Parallel dazu baut der Konzern seine weltweite Präsenz im Elektroniksektor massiv aus. Hinzu kommt ein Projekt im US-Bundesstaat Indiana für rund 170 Millionen Dollar. Ferner fließen weitere 200 Millionen Euro in den Ausbau der Gasproduktion an japanischen Standorten.

Das Engagement in Arizona sichert dem Konzern langfristige Abnahmeverträge mit den Schwergewichten der Tech-Industrie. Mit dem geplanten Produktionsstart im Jahr 2028 positioniert sich Air Liquide fest als Zulieferer für die nächste Generation leistungsfähiger KI-Chips.

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