L’Air Liquide Aktie: Erstes Rückkaufprogramm
Der Strategieplan sieht Rückkäufe 2027 und 2028 sowie jährliches Gewinnwachstum von rund zehn Prozent bis 2030 vor.

- Erstes Rückkaufprogramm der Unternehmensgeschichte angekündigt
- Vier Milliarden Euro für Rückkäufe vorgesehen
- Elektronik und KI als zentrale Wachstumsmärkte
- Mehr als 40 Milliarden Euro eingeplant
Air Liquide macht ernst mit höheren Aktionärsrenditen. Auf dem Kapitalmarkttag stellte der Industriegasekonzern heute seinen neuen Strategieplan „BEYOND“ vor und kündigte erstmals in der Firmengeschichte ein Aktienrückkaufprogramm an. Die Aktie legte im frühen Handel deutlich zu, obwohl der Gesamtmarkt eher schwächer tendierte.
Rückkauf und Gewinnziel
Das Programm umfasst vier Milliarden Euro und soll 2027 und 2028 laufen. Die Dividende soll parallel weiter wachsen. Konzernchef François Jackow sagte, die Profitabilität erlaube es inzwischen, über Reinvestitionen hinauszugehen.
Beim bereinigten Gewinn je Aktie peilt der Konzern von Ende 2025 bis Ende 2030 ein jährliches Wachstum von rund zehn Prozent an, mit einer Schwankungsbreite von zwei Prozentpunkten. Die Kapitalrendite (ROCE) soll 2030 über elf Prozent liegen, obwohl die Industrieinvestitionen deutlich steigen.
Hebel dafür sind Umsatz, Marge und Kapitalallokation. Der Umsatz soll jährlich um etwa fünf Prozent wachsen und damit zwei- bis dreimal so schnell wie die Industrieproduktion. Die operative Marge soll von 2026 bis 2030 um 400 bis 600 Basispunkte steigen.
Elektronik und KI im Zentrum
Insgesamt will Air Liquide über den Zeitraum mehr als 40 Milliarden Euro einsetzen, für Investitionen, Zukäufe, Dividenden und Rückkäufe. Mehr als die Hälfte fließt in Industrieinvestitionen und Übernahmen. Allein neue Investitionsentscheidungen von etwa 24 Milliarden Euro sind eingeplant.
Als wichtigstes Wachstumsfeld nennt der Konzern Elektronik und künstliche Intelligenz. Dort soll der Umsatz bis 2030 im gewichteten Schnitt um mehr als zehn Prozent pro Jahr zulegen. Treiber sind größere Chipfabrik-Projekte und staatliche Programme, die lokale Fertigung fördern. Weitere Prioritätsmärkte sind Energiewende, Gesundheit und Raumfahrt.
Elliott im Hintergrund
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Der Investor Elliott soll an Air Liquide beteiligt sein und auf bessere Profitabilität und höhere Ausschüttungen drängen. Der Plan adressiert beide Punkte direkt. Auch die Analysten hatten sich vorab positioniert: Die Deutsche Bank hob ihr Kursziel Ende September auf 192 Euro, Mizuho startete mit „Outperform“ und 200 Euro Kursziel.
Die Aktie notierte zuletzt bei rund 174 Euro und damit weiter unter dem Jahreshoch von 182,26 Euro. Bei einem Wert über dieser Marke wäre das Hoch erstmals wieder in Reichweite.
Die Klimaziele bleiben unverändert: Bis 2035 sollen die CO₂-Emissionen (Scope 1 und 2) gegenüber 2020 um 33 Prozent sinken, bis 2050 will der Konzern klimaneutral sein.
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