Lam Research Aktie: Nach dem Rekord die Lieferengpässe
Umsatz und Marge erreichten Bestwerte, doch knappe Komponenten begrenzen die Auslieferungen und belasten die Prognose.

- Umsatz kletterte auf 8,22 Milliarden Dollar
- Operative Marge überstieg erstmals 40 Prozent
- Bauteile und Reinraumflächen begrenzen Lieferungen
- Needham senkte Kursziel auf 290 Dollar
Rekordzahlen, trotzdem Abschläge: Lam Research liefert im Septemberquartal Bestwerte, doch der Ausblick dämpft die Stimmung. Nachbörslich fiel die Aktie um rund sieben Prozent auf etwa 242 Dollar, im vorbörslichen Handel zeigte sich ein ähnliches Bild. Der Grund liegt weniger in der Nachfrage als in den Möglichkeiten, sie zu bedienen.
Rekord mit Schönheitsfehlern
Der Umsatz stieg auf 8,22 Milliarden Dollar, ein Plus von 54 Prozent zum Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 2,20 Dollar knapp über den Erwartungen. Es war das fünfte Rekordquartal in Folge, die operative Marge überschritt erstmals die Marke von 40 Prozent.
Treiber sind die KI-Rechenzentren. Speicherhersteller rüsten ihre Fabriken für High-Bandwidth-Memory auf, also gestapelte Speicherchips für KI-Beschleuniger. Lams Geschäft mit dieser Kundengruppe hat sich binnen eines Jahres mehr als verdoppelt.
Die Kehrseite: 35 Prozent des Umsatzes kamen aus China, nach 26 Prozent im Vorquartal. Finanzchef Doug Bettinger erwartet dort im Dezemberquartal einen deutlich geringeren Anteil. Marktbeobachter stoßen sich zudem am weniger günstigen regionalen Mix.
Engpässe bremsen den Ausblick
Für das Dezemberquartal stellt Lam rund 8,6 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht. Das entspricht einem sequenziellen Wachstum von fünf Prozent. Knappe Bauteile und fehlende Reinraumflächen begrenzen die Auslieferungen.
Needham senkte daraufhin das Kursziel von 390 auf 290 Dollar, bleibt aber bei „Buy“. Die Analysten verweisen auf Lieferkettenprobleme bei mehreren Komponenten und kürzten ihre Schätzungen für das nächste Quartal. Das neue Ziel entspricht dem 28-Fachen der weitgehend unveränderten Gewinnschätzung für 2028.
Die langfristigen Signale bleiben positiv. Das Management rechnet für 2027 mit Ausgaben für Waferfertigungsanlagen von mehr als 200 Milliarden Dollar, angeführt von DRAM, vor führender Logik und NAND. Die Umsatzprognose zur Aether-Plattform hob Lam auf rund 2,5 Milliarden Dollar bis Ende des Jahrzehnts an.
Charttechnik unter Druck
Die Aktie schloss gestern bei 260,81 Dollar, gut 40 Prozent unter dem Rekordhoch von 438,50 Dollar. Schon vor den Zahlen war sie unter die 200-Tage-Linie gerutscht. Bei 240 Dollar stoppte der nachbörsliche Abverkauf, dort liegt die nächste Unterstützung.
Ein Schlusskurs unter dieser Marke würde den Abwärtstrend seit Juli bestätigen. Erst eine Rückkehr über die 200-Tage-Linie bei 283 Dollar hellte das Bild auf. Der nächste feste Termin ist die Hauptversammlung am 3. November 2026.
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