Lam Research Aktie: Q3-Gewinn um 8 Prozent über Konsens

Lam Research übertrifft mit Gewinn und Umsatz die Analystenschätzungen. Der Ausblick für das vierte Quartal fällt optimistisch aus, während Insider Aktien verkauften.

Die Kernpunkte:
  • Gewinn und Umsatz über den Prognosen
  • Optimistischer Ausblick für Q4 2026
  • Insider verkauften Aktien im großen Stil
  • Analysten sehen gemischtes Bild beim Kursziel

Der Halbleiterausrüster meldete für das dritte Quartal 2026 einen Gewinn je Aktie von 1,47 US-Dollar, während Analysten im Konsens nur 1,36 US-Dollar erwartet hatten. Der Umsatz kletterte auf 5,84 Milliarden US-Dollar und lag damit über der Konsensschätzung von 5,70 Milliarden US-Dollar sowie 23,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Für das vierte Quartal 2026 stellt das Unternehmen einen Gewinn je Aktie zwischen 1,50 und 1,80 US-Dollar in Aussicht.

Die Aktie schloss am Freitag bei 350,33 US-Dollar. Auf Wochensicht bewegte sich der Kurs praktisch seitwärts mit einem Plus von 0,04 Prozent, auf Monatssicht steht dagegen ein Minus von 4,49 Prozent zu Buche. Seit Jahresbeginn hat das Papier dennoch 89,31 Prozent zugelegt, binnen zwölf Monaten sogar 252,36 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 438,50 US-Dollar, erreicht am 30. Juni 2026, trennen die Aktie derzeit gut 20 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief von 94,65 US-Dollar aus dem Juli 2025 beträgt der Abstand hingegen mehr als 270 Prozent. Der Kurs notiert damit rund 6,4 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 329,29 US-Dollar und gut 51 Prozent über der 200-Tage-Linie von 230,77 US-Dollar. Der RSI von 49,1 signalisiert eine neutrale Marktverfassung, die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei knapp 94 Prozent. Die Marktkapitalisierung beziffert sich umgerechnet auf 386,81 Milliarden Euro.

Insider trennen sich von Aktien, institutionelle Anleger uneins

Parallel zu den starken Zahlen fällt auf, dass Führungskräfte von Lam Research in den vergangenen 90 Tagen Aktien im Umfang von 86.339 Stück verkauft haben. SVP Neil J. Fernandes veräußerte am 1. Juni 7.659 Aktien zu je 309,60 US-Dollar, zuvor hatte er bereits 18.170 Aktien zu 255,14 US-Dollar abgegeben. Director Brandt trennte sich von 54.500 Aktien zu 350,80 US-Dollar, und Ava Harter verkaufte Ende April 6.010 Aktien zu 258,66 US-Dollar.

Auch bei institutionellen Investoren zeigt sich ein gemischtes Bild. Sequoia Financial Advisors stockte seinen Bestand im ersten Quartal 2026 um 15,3 Prozent auf 70.528 Aktien im Wert von rund 15,07 Millionen US-Dollar auf. Cullinan Associates stieg neu mit 64.500 Aktien im Wert von 13,78 Millionen US-Dollar ein. Auf der anderen Seite reduzierte Associated Banc Corp seine Position um 22,7 Prozent auf 598.959 Aktien im Wert von knapp 128 Millionen US-Dollar – Lam Research bleibt damit dennoch die fünftgrößte Position im Portfolio des Anlegers. Noch deutlicher fiel der Rückzug bei Signature Resources Capital Management aus, das seinen Bestand um 67,7 Prozent auf nur noch 7.134 Aktien kappte. Auch Pittenger & Anderson, Midwest Trust und LGT Fund Management bauten ihre Positionen im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich ab. Insgesamt liegen laut den Meldungen 84,61 Prozent der Aktien in institutioneller Hand.

Analysten uneinig über fairen Wert

Die Kursziele der Analysehäuser klaffen weit auseinander. Bank of America und Wells Fargo sehen das Papier bei 480 beziehungsweise 450 US-Dollar, Citigroup bei 450 US-Dollar und Stifel bei 425 US-Dollar. Deutlich zurückhaltender sind HSBC mit 247 US-Dollar, Evercore mit 300 US-Dollar sowie JPMorgan und Jefferies mit jeweils 315 US-Dollar. Der Analystenkonsens liegt bei einem Kursziel von 350,81 US-Dollar bei einer Einstufung als „Moderate Buy“, getragen von 28 Kaufempfehlungen gegenüber 6 Halteempfehlungen.

Simply Wall St kommt in einer eigenen Bewertung auf einen fairen Wert von 323,38 US-Dollar und sieht die Aktie damit rund 8,3 Prozent überbewertet, verweist zugleich aber auf die Nachfrage nach Ätz- und Abscheidungswerkzeugen durch KI-Workloads als Wachstumstreiber. Als Risiken gelten laut derselben Analyse US-Exportbeschränkungen gegenüber China sowie die Konzentration der Kundenausgaben auf wenige große Chiphersteller. Laut Trefis entfallen 87,9 Prozent des Umsatzes von Lam Research auf Asien, davon 42,2 Prozent auf China – ein Umstand, der die geopolitische Abhängigkeit des Unternehmens unterstreicht. Für das Geschäftsjahr 2027 rechnet der Konsens mit einem Gewinn je Aktie von 8,09 US-Dollar, für 2028 mit 9,96 US-Dollar. Das laufende Aktienrückkaufprogramm über 11 Milliarden US-Dollar, verteilt auf drei Jahre, ergänzt die Quartalsdividende von 0,26 US-Dollar, die am 8. Juli ausgezahlt wurde.

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